Active Sourcing erfolgreich umsetzen

21.05.2021

Im digitalen Zeitalter im Trend zu bleiben, gestaltet sich für man ein Unternehmen mehr als schwierig. Die Methode des Active Sourcing zählt zu einer der Methoden der Personalbeschaffung. Neu ist sie dabei ganz und gar nicht:

Active Sourcing umfasst die aktive Suche, die Ansprache und ganz wichtig: die Bindung von geeignetem und qualifiziertem Personal. Der einzige Wandel hat hierbei vom Wechsel vom Off- in den Online-Bereich stattgefunden. 

Active Sourcing kann man auch im Bereich Fach- und Führungskräfte betreiben, dort spricht man dann allerdings von Executive Search. 

Typische Kanäle im Online-Bereich für Active Mining:

  • Social Media: Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Snapchat

  • Messenger: Facebook Messenger

  • Blogs und Foren

  • Karrierenetzwerke: Xing, LinkedIn

  • Lebenslaufdatenbanken: Indeed, StepStone, Monster

  • Suchmaschinen: Google, Bing

  • Anzeige-Webseiten: ebay Kleinanzeigen

  • Branchenspezifische Plattformen

Relevante Kanäle im Offline-Bereich:

  • Job- und Karrieremessen

  • Veranstaltungen an Schulen, Universitäten und Fachhochschulen

Active-Sourcing-Prozess

  1. Strategie: Maßnahmen zur Personalbeschaffung festlegen (Employer Branding, Stellenanzeigen, usw.).

  2. Planung: Dauer und Ort der Stellenausschreibungen definieren, ebenso die Verantwortlichkeiten hierfür festlegen. Wer macht was, und wo wird wie lange nach Personal rekrutiert.

  3. Vorbereitung: Ziele und Zeitplan festlegen - mit welchen Inhalten (Texte, Keywords) wird gearbeitet, welche Resonanzen werden angepeilt. 

  4. Findungsprozess: Jeder Kanal und jede Plattform bietet verschieden Tools der Persongewinnung.

  5. Auswahlverfahren: Wenn Kandidaten gefunden wurden, anhand des Anforderungsprofils eine Auswahl treffen.

  6. Kontakt herstellen: Anschließend müssen die geeigneten Kandidaten kontaktiert werden.

  7. Kommunikation: Nachdem Fragen im Vorfeld geklärt wurden, werden die Kandidaten zu einer persönlichen Vorstellung eingeladen und es können weitere Konditionen geklärt werden. 

Welche Art von Recruiting ist für uns in Zukunft wichtig?

Wir unterscheiden zwischen transaktionalen und relationalem Recruiting.

Transaktionales Recruiting: anonym, unverbindlich, nur formel

Relationales Recruiting: persönlich, transparent, kommunikativ

Ob ein Unternehmen von den Bewerbern als transaktional oder als relational wahrgenommen wird, hängt von Faktoren wie der Arbeitsatmosphäre, der Dauer der Arbeitsverhältnisse oder der Motivation der Mitarbeiter ab. In einem transaktionalen Unternehmen beispielsweise herrscht eine anonyme und eher kühle Atmosphäre und die Motivation der Mitarbeiter erfolgt eher aus monetären Gründen. In einem relationalen Unternehmen hingegen sind die Mitarbeiter durch die Werte des Unternehmens und durch ihre Tätigkeit selbst motiviert, die Arbeitsverhältnisse sind meist langfristig ausgelegt und die Atmosphäre ist herzlich. 

Meistens ist ein Mittelweg aus Beidem für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter sinnvoll. 

Methoden im Active Sourcing

Bevor man den aktiven Recruitingprozess jedoch angeht, sollte man sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

Wo liegen die Interessen der angesprochenen Person?

Mit oder welchen Themen beschäftigt sich die Person?

Welche Informationen zur Jobsuche oder möglichen Wechselmotivation sind ersichtlich?

Konnte man als Recruiter diese Frage im Wesentlichen für sich beantworten, kann es auch schon mit dem Active Sourcing Prozess losgehen.

Profile Mining

Hierbei wird ganz gezielt nach Talenten in Karrierenetzwerken gesucht. Klassische Beispiel sind hier der Xing Talentmanager oder auch der LinkedIn Recruiter. Mit diesen Tools kann effektiv nach bestimmten Keywords gesucht werden, welche bei dem gesuchten Kandidat gegeben sein müssen. Das kann zum Beispiel eine bestimmte Qualifikation oder spezielle Kenntnisse sein. 

Findet man anschließend geeignete Personen, kann man diese kontaktieren.

Talent Pools

In den sogenannten Talent Polos finden sich sämtliche Personen wieder, welche bereits in Verbindung zum Unternehmen standen. Das können Praktikanten, Werkstudenten oder bereits zu einem früheren Zeitpunkt kontaktierte Kandidaten sein. 

In dem Pool werden, selbstverständlich mit dem nötigen Einverständnis, diese Kontakte gesammelt sowie regelmäßig kontaktiert und aktualisiert.

Karriereseiten

Eine Karriereseite kann direkt auf der firmeneigenen Homepage integriert werden, sinnvoller ist es allerdings, diese auf den Social Media Bereich auszulagern. 

In den sozialen Netzwerken ist es deutlich einfacher, eine Community aufzubauen und mit dieser auch entsprechend zu interagieren. 

Und gerade diese Interaktion ist wichtig, um interessierten Kandidaten einen Mehrwert zu bieten und quasi in einer gewissen Form an das Unternehmen zu “binden”. So ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass ein Nutzer sich mit dem Unternehmen so weit identifizieren und sich vorstellen kann, auch für es zu arbeiten. 

CV Database Search

Hört sich im ersten Moment ziemlich kompliziert an, im Grund handelt es sich dabei ganz einfach um das Sichten von Lebensläufen.

Dafür gibt es spezielle Lebenslaufdatenbanken, alternativ nutzen diese Funktion auch häufig Jobplattformen oder -portale.

Referral Sourcing

Bei dieser Methode sucht der Recruiter die Kontakte von bereits rekrutierten Kandidaten ab - zum Beispiel auf Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn. 

Hier ist die Wahrscheinlichkeit hoch, vernetzte Personen zu finden, welche ein ähnliches Anforderungsprofil besitzen und eventuell auch Interesse haben.

Unter diese Methode des ACtive Sourcing fällt beispielsweise auch “Mitarbeiter werben Mitarbeiter”. 

Harvesting

Wie der Name bereits irgendwie verrät, handelt es sich dabei um ein gezieltes “Abernten” einer kompletten Plattform. Dieser Kanal, nennen wir hier beispielsweise Xing, wird komplett nach den gesuchten Qualifikationen oder Kompetenzen auf passende Arbeitnehmer abgegrast. 

Das bietet sich natürlich besonders dann an, wenn für einen ganz bestimmten Bereich oder eine Position Jemand gesucht wird. 


Die Vor- und Nachteile des Active Sourcing

Nachteile

  • Personelle und finanzielle Herausforderung -  es bedarf geeignetem und qualifiziertem Personal, welches das Active Sourcing im Unternehmen übernimmt 

  • Umstrukturierung im Unternehmen - Je nach Art und Größe des Unternehmens sollte eine entsprechende Abteilung oder Instanz geschaffen werden

  • Zeitintensiv - Zu Beginn müssen die geeigneten Kanäle für das Active Sourcing des Unternehmens analysiert werden

Vorteile

  • Für spezielle oder schwer zu besetzende Stellen geeignet - Active Sourcing ist hier kostengünstiger und effizienter als klassische Stellenanzeigen

  • Spezifische Kandidatenwahl möglich - Weniger Aufwand bei der finalen Auswahl der Kandidaten

  • Zuwachs an Kanälen - Es entstehen immer mehr Möglichkeiten, Active Sourcing zu betreiben und passende Kandidaten zu finden

  • Ideal für Stellen, welche hohe oder spezielle Qualifikationen erfordern 

Fazit

Das Active Sourcing kann den Bewerber-Zufluss sichtbar erhöhen.

Es bedarf hierfür jedoch einer ausführlichen Vorbereitung, um Active Sourcing nachhaltig im Unternehmen betreiben zu können. Sinnvoll könnte hier möglicherweise der Einsatz eines Personalvermittlers sein, um den Prozess an eine qualifizierte Instanz auszulagern.

Wichtig ist, auf Individualität und Qualität zu achten. Gerade weil Active Sourcing häufig für die Besetzung spezieller Stellen eingesetzt wird, sollte man es vermeiden, Rundmails oder Massennachrichten zu verschicken.

Im Vorfeld sollte sich mit den einzelnen Kandidaten auseinandergesetzt werden, dies erfordert zwar vorab mehr Zeit, lohnt sich im Anschluss jedoch mehrfach.

Gerade die Ansprache ist wichtig, um die Aufmerksamkeit des Kandidaten zu gewinnen und vor allem auch zu halten. 

Sinnvoll wäre es an dieser Stelle, zusätzliche und wertvolle Informationen preiszugeben, welche beispielsweise in der Stellenanzeige selbst nicht vorkommen. Es bringt verhältnismäßig wenig, einfach nur die Stellenanzeige noch einmal als Nachricht an einen Kandidaten zu versenden.

Sind qualifizierte Mitarbeiter für das Unternehmen im Active Sourcing im Einsatz, vermittelt das vor allem Authentizität. 

Beschäftigen sich diese Mitarbeiter intensiv mit dem Active Sourcing, bestehen die Möglichkeit, mit den Kandidaten regelmäßig in Kontakt zu bleiben und diesen aufrecht zu erhalten.