Gehaltscheck - Wo verdient man am meisten?

01.04.2021

Dass es innerhalb Deutschlands Unterschiede hinsichtlich des Verdienstes gibt, ist nichts Neues. Aber wo verdient man wieviel und wovon ist die Höhe des Gehalts abhängig?

Eine aktuell durchgeführte Datenanalyse des Portals Lohnspiegel.de zeugt auf, wie groß die Gehaltsunterschiede innerhalb Deutschlands noch immer sind.

Dabei gibt es 5 Hauptkriterien, anhand welcher die Höhe des Gehalts bestimmt wird:

Zum einen das Bundesland der Anstellung, die Betriebsgröße, das Anforderungsniveau der Anstellung, ob der Arbeitgeber nach Tarifvertrag zahlt, und, leider nach wie vor ein ausschlaggebendes Kriterium: Welches Geschlecht der Arbeitnehmer hat.

Hier können Lohnunterschiede immer noch erheblich sein und sich hochgerechnet im Jahr auf mehrere tausend Euro belaufen. 

Frauen bei gleicher Berufserfahrung im gleichen Beruf mit gleichen Anforderungsniveau unter auch ansonsten vergleichbaren Bedingungen verdienen im Schnitt 8% weniger als Männer. 

Wer in einem tarifgebundenen Unternehmen angestellt ist, darf sich über im Schnitt über 11% mehr Lohn freuen - es lohnt sich also, als Arbeitnehmer, für einen Tarifvertrag zu kämpfen.

Tatsächlich macht ebenfalls die Betriebsgröße einen Unterschied: Großunternehmen zahlen bis zu 9% mehr, wohingegen kleine Betriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern bis zu 6% unter den Gehältern von mittelständischen Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern liegen. 

Natürlich sollte sich auch eine berufliche Qualifikation “bezahlt” machen. 

Wird nach einer normal andauernden Ausbildung beispielsweise noch eine Meisterausbildung angehängt, wirkt sich das mit bis zu 14% mehr Gehalt aus. 

Wer sich für Voraussetzungen für komplexe Tätigkeiten qualifiziert, zum Beispiel mit einem Studienabschluss, kann sogar mit bis zu 41% mehr rechnen. 

Neben diesen 5 hauptsächlichen Kriterien, gibt es natürlich weitere Merkmale, welche Einfluss auf die Höhe des Gehalts haben. Das wäre beispielsweise die Berufserfahrung, oder ob der Arbeitnehmer eine leitende Position und damit einhergehende Verantwortung inne hat.

Doch wo wird nun am besten gezahlt?

Lohnspiegel.de hat für diese Analyse Nordrhein-Westfalen als Maßstab für Vergleiche herangezogen.

Am besten verdient man in Baden-Württemberg und Hamburg, für eine vergleichbare Anstellung erhält man 6 bis 7% weniger in Nordrhein-Westfalen. 

Bayern und Hessen ordnen sich knapp dahinter ein, wo der Lohnunterschied bei 2% und 3% liegt.

Bundesländer wie Bremen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, das Saarland und Niedersachsen liegen mit 1 bis 4% unter Nordrhein-Westfalen.

Ein größerer Sprung erfolgt da schon eher auf die nächsten Bundesländer: Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegen bei 11% und 12%, wobei hier die Nähe zu Städten wie Berlin und Hamburg eine wesentliche Rolle spielt. 

Der Gehaltsunterschied macht sich hier besonders in Form des Fachkräftemangels bemerkbar, muss doch der Arbeitnehmer teilweise nur nach Berlin zur Arbeit fahren, um 11% bis 12% mehr Gehalt zu bekommen.

Mit 14% folgen anschließend die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, und das Schlusslicht bildet Thüringen mit 15%.

Diese Zahlen wurden über einen Erhebungszeitraum von Anfang Januar 2020 bis Ende Januar 2021 ermittelt, dafür wurden laut dem Portal der Hans Böckler Stiftung 62.758 Datensätze erhoben (Quelle: Lohnspiegel.de).

Infografik zu den Bestimmungsfaktoren des Gehalts

Mit einem Blick auf den Kalender - wir schreiben schließlich das Jahr 2021 - dürften man annehmen, dass es eigentlich keine so markanten Unterschiede mehr zwischen den neuen Bundesländern und dem Westen geben sollte. Wohlgemerkt bei gleicher Branche oder gleicher Qualifikation. 

Daher macht die Zeitarbeit hier einen ganz guten Vorreiter: Ab 01.04.2021 wird erstmals bei den Tarifentgelten nicht in Ost und West unterschieden und eine vollständige Anpassung erzielt. 

Gründe, für den Job den Wohnort zu wechseln, gäbe es Verschiedene, doch wer würde tatsächlich rein des Geldes wegen umziehen?

Schließlich geht es dabei nicht nur um ein höheres Gehalt an sich, sondern dass an dem jeweiligen Wohnort vielleicht auch höhere Kosten entstehen, durch zum Beispiel teurere Mieten. 

Grundsätzlich bedarf es daher also wohl mehr Vorteile in Aussicht, als nur ein höheres Gehalt.