Jobwechsel - ja oder nein?

09.04.2021

Die Gründe, warum man als Arbeitnehmer einen Jobwechsel in Erwägung zieht, können vielfältig sein:

Schlechtes Arbeitsklima, Unterforderung, fehlende Weiterbildungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten oder ganz einfach die Lust auf neue Aufgaben - ein neuer Job bringt definitiv Abwechslung ins Berufsleben. 

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, um über einen Jobwechsel nachzudenken? Es sollte auf keinen Fall aus einer Reaktion eine überstürzte Entscheidung getroffen werden, denn es gibt sicherlich bei Jedem Tage, an denen es auf Arbeit nicht so recht rund laufen möchte.

Ob das dann mit den Kollegen zusammenhängt, die einen beanspruchen, der Vorgesetzte, der ständig etwas auszusetzen hat, oder die Tätigkeiten, die einen gerade nicht so wirklich erfüllen.

Es ist ratsam, sich im ersten Schritt Gedanken zu machen, wo die Unzufriedenheit im Job herrührt und sich die Frage zu stellen: Kann ein neuer Job daran etwas ändern?

Spätestens im Vorstellungsgespräch beim potenziellen neuen Arbeitgeber wird man mit der Frage “Warum möchten Sie den Job wechseln?” konfrontiert.

Gerade bei der Vorstellung für eine neue Position sollten Sie die Gründe positiv formulieren, und wenn möglich, sogar mit dem ausgeschriebenen Job verbinden. 

Sie sollten vermeiden, sich dabei negativ über den aktuellen oder vergangenen Arbeitgeber zu äußern. Was auch immer die Gründe für den Wechsel sein mögen, wirkt ein “Auslassen” über einen anderen Arbeitgeber unprofessionell und wenig seriös. 


Quelle: Statista

Was können Gründe für einen Jobwechsel sein?

Berufliche Weiterentwicklung: 

Wer sich zusätzliche fachliche Qualifikationen aneignen möchte, diese Möglichkeiten im derzeitigen Unternehmen jedoch nicht gegeben sind, kann in einem neuen Job seine Chancen auf eine Weiterentwicklung steigern.

Natürlich sollte man sich vorab mit dem Jobangebot und dem dazugehörigen Arbeitgeber auseinandersetzen, um herauszufinden, ob dort diese Möglichkeit der Weiterbildung besteht.

Berufliche Umorientierung - Neue Branchen entdecken:

Wenn ein genereller Jobwechsel nicht genügt, ist es wohl Zeit für eine berufliche Neuorientierung. Dafür wird meistens komplett die Branche gewechselt - zum Beispiel in eine Branche, wo mehr privates und berufliches Interesse besteht. 

Vorab sollte man sich jedoch intensiv mit den geforderten Voraussetzungen auseinandersetzen, zum Beispiel welche beruflichen Qualifikationen gefordert sind oder ob man sich vorbereitend entsprechend weiterbilden sollte. 

Neues berufliches Umfeld:

Grundsätzlich gefällt der bisherige Berufszweig und die dazugehörige Tätigkeit, aber man möchte beispielsweise statt in einem kleinen Unternehmen lieber in einen größeren Betrieb wechseln, so kann dies durchaus einen Berufswechsel rechtfertigen.

Vielleicht ergeben sich auch so völlig neue Gegebenheiten, wie neue Hierarchieformen, neue Kollegen und eine frische Unternehmenskultur. 

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen:

Man ist bereits jahrelang in ein und demselben Unternehmen tätig, und hat sämtliche Möglichkeiten der Weiterentwicklung ausgeschöpft: Dann ist es wohl Zeit für neue, berufliche Herausforderungen!

Bei einem neuen Arbeitgeber ergeben sich neue Chancen auf neue Aufgaben, mehr Verantwortung, größere Projekte oder eine herausfordernde Position. 

Familiäre und private Gründe:

Einer der häufigsten Gründe, den Job zu wechseln, ist das private Umfeld. Das kann die Familienplanung sein, oder wenn der Partner, ebenfalls berufsbedingt, umziehen muss. Hier ist es keineswegs verwerflich, offen mit dem Arbeitgeber über einen Jobwechsel zu kommunizieren. Manchmal ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten!

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen ein Arbeitnehmer über viele Jahre hinweg oder vielleicht sogar seine gesamte berufliche Laufbahn über bei einem Arbeitgeber verbracht hat. 

Ein Jobwechsel muss nichts Negatives bedeuten, vielmehr ist wie in vielen anderen Bereichen wie der Wirtschaft oder der Technologie: Stillstand bedeutet über kurz oder lang auch Rückschritt. 

In manchen Branchen sind häufige Jobwechsel sogar nicht unüblich, beispielsweise in Start-Ups oder saisonabhängigen Berufen. 

Umfassen die einzelnen Stationen einen gewissen Zeitraum, und nicht nur wenige Monate, kann man dies in seiner Bewerbung positiv hervorheben. So hatte man schließlich die Möglichkeit, in verschiedenen beruflichen Umfelder Berufserfahrung zu sammeln, und sich vielleicht sogar weiterzubilden und -entwickeln.