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Gut zu wissen

Minijobs: Flexibel dazuverdienen mit dem 538-Euro-Job

Ob als Nebenverdienst, zum Überbrücken oder als Einstieg in eine neue Branche – Minijobs gehören zu den beliebtesten Beschäftigungsformen in Deutschland. Millionen Menschen nutzen sie, um ihr Einkommen aufzubessern oder flexibel am Arbeitsleben teilzunehmen. Aber was genau ist ein Minijob eigentlich? Welche Rechte hast du? Und wie findest du den passenden 538-Euro-Job? In diesem Ratgeber bekommst du alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Was ist ein Minijob? Die Grundlagen

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, bei der dein regelmäßiger monatlicher Verdienst die Grenze von 538 Euro nicht überschreitet. Diese Grenze gilt seit Januar 2024 und ist an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Steigt der Mindestlohn, steigt auch die Verdienstgrenze. Das heißt im Umkehrschluss: Bei einem Mindestlohn von 12,41 Euro pro Stunde kannst du im Minijob bis zu rund 43 Stunden im Monat arbeiten.

Neben dem klassischen 538-Euro-Minijob gibt es auch den kurzfristigen Minijob. Hier ist nicht der Verdienst begrenzt, sondern die Dauer: Du darfst innerhalb eines Kalenderjahres maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage beschäftigt sein. Das ist besonders interessant für Saisonarbeit oder befristete Projekte.

Steuer- und Abgabenvorteile im Minijob

Einer der größten Vorteile eines Minijobs: Du zahlst in der Regel keine Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge (mit einer Ausnahme). Dein Arbeitgeber übernimmt pauschale Abgaben an die Minijob-Zentrale. Für dich bedeutet das: Was auf dem Lohnzettel steht, landet fast vollständig auf deinem Konto.

Im Detail sieht das so aus:

  • Krankenversicherung: Dein Arbeitgeber zahlt einen pauschalen Beitrag von 13 Prozent. Allerdings bist du über den Minijob allein nicht krankenversichert. Du brauchst eine eigene Absicherung – zum Beispiel über eine Familienversicherung, eine Hauptbeschäftigung oder eine freiwillige Versicherung.

  • Rentenversicherung: Seit 2013 sind Minijobber grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Du zahlst einen geringen Eigenanteil (aktuell 3,6 Prozent deines Verdienstes). Dafür sammelst du Rentenpunkte und hast Anspruch auf Reha-Leistungen. Du kannst dich aber auf Antrag befreien lassen.

  • Steuern: Dein Arbeitgeber kann die Steuer pauschal mit 2 Prozent abführen. In diesem Fall musst du den Minijob-Verdienst nicht in deiner Steuererklärung angeben.

Wer profitiert von Minijobs?

Minijobs passen zu ganz unterschiedlichen Lebenssituationen. Hier sind die häufigsten Gruppen:

Schüler und Studierende

Du willst neben der Schule oder dem Studium etwas Geld verdienen? Ein Minijob ist die unkomplizierteste Lösung. Die flexiblen Arbeitszeiten lassen sich gut mit dem Stundenplan vereinbaren, und du sammelst erste Berufserfahrung. Für Studierende ist der Minijob besonders attraktiv, weil er keine Auswirkungen auf das BAföG hat – solange du die 538-Euro-Grenze einhältst.

Arbeitnehmer mit Hauptjob

Du hast bereits einen Vollzeit- oder Teilzeitjob und möchtest dein Einkommen aufbessern? Ein Minijob neben der Hauptbeschäftigung ist erlaubt – und bleibt steuer- und sozialversicherungsfrei. Wichtig: Du darfst nur einen Minijob neben deiner Hauptbeschäftigung haben. Bei einem zweiten Minijob wird dieser mit dem Hauptjob zusammengerechnet und voll versteuert.

Rentner und Ruheständler

Viele Rentner nutzen einen Minijob, um aktiv zu bleiben und die Rente aufzubessern. Seit 2023 gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr bei der Altersrente. Das bedeutet: Du kannst so viel dazuverdienen, wie du möchtest – ein Minijob bietet dafür die einfachste Möglichkeit.

Eltern und pflegende Angehörige

Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, hat oft nur wenige Stunden pro Woche für einen Job übrig. Ein Minijob passt genau in diese Lücke. Die zeitliche Flexibilität macht es möglich, Familienpflichten und Arbeit zu verbinden.

Deine Rechte als Minijobber

Auch wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt – als Minijobber hast du dieselben Arbeitnehmerrechte wie jeder andere Beschäftigte. Viele wissen das nicht, und manche Arbeitgeber verschweigen es gerne. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Bezahlter Urlaub: Ja, auch Minijobber haben Urlaubsanspruch. Bei einer 5-Tage-Woche sind das mindestens 20 Tage im Jahr, bei weniger Arbeitstagen entsprechend anteilig.

  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Wenn du krank wirst, bekommst du bis zu sechs Wochen lang dein Gehalt weitergezahlt – genau wie Vollzeitbeschäftigte.

  • Feiertagsbezahlung: Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Tag, an dem du normalerweise arbeitest, muss dein Arbeitgeber dich trotzdem bezahlen.

  • Kündigungsschutz: Es gelten die regulären Kündigungsfristen. Dein Arbeitgeber kann dir nicht einfach von heute auf morgen kündigen.

  • Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn gilt auch für Minijobber. Niemand darf dich unter dem Mindestlohn beschäftigen.

  • Schriftlicher Arbeitsvertrag: Bestehe auf einen schriftlichen Vertrag. Mündliche Absprachen sind zwar rechtlich gültig, aber im Streitfall schwer zu beweisen.

Typische Branchen und Tätigkeiten für Minijobs

Minijobs gibt es in praktisch jeder Branche. Besonders häufig findest du sie in diesen Bereichen:

  • Gastronomie und Hotellerie: Als Servicekraft, Küchenhilfe oder an der Hotelrezeption – die Gastronomie ist der Klassiker für Minijobs.

  • Einzelhandel: Regale einräumen, Kasse bedienen oder im Lager aushelfen – viele Geschäfte setzen auf Minijobber.

  • Reinigung: Gebäudereinigung, Büroreinigung oder Haushaltshilfe – die Reinigungsbranche bietet zahlreiche Minijob-Stellen.

  • Büro und Verwaltung: Datenerfassung, Telefondienst oder administrative Unterstützung – auch im Büro werden Minijobber gebraucht.

  • Nachhilfe und Betreuung: Schülern bei den Hausaufgaben helfen, Kinder betreuen oder Senioren begleiten – soziale Tätigkeiten sind als Minijob beliebt.

  • Lieferdienste und Logistik: Pakete ausliefern oder im Lager kommissionieren – der boomende Onlinehandel schafft laufend neue Minijob-Stellen.

Häufige Fehler und Fallstricke

So unkompliziert ein Minijob auch klingt – es gibt ein paar Punkte, die du im Blick behalten solltest:

  • Verdienstgrenze überschreiten: Verdienst du regelmäßig mehr als 538 Euro im Monat, ist es kein Minijob mehr. Dann werden Sozialversicherungsbeiträge fällig. Gelegentliche Überschreitungen (bis zu zwei Mal im Jahr) sind erlaubt, aber nur, wenn sie unvorhersehbar waren.

  • Mehrere Minijobs gleichzeitig: Wenn du keinen Hauptjob hast, kannst du mehrere Minijobs ausüben – aber die Verdienste werden zusammengerechnet. Überschreitest du in Summe die 538-Euro-Grenze, werden alle Jobs sozialversicherungspflichtig.

  • Schwarzarbeit: Wer ohne Anmeldung bei der Minijob-Zentrale arbeitet, riskiert Bußgelder – sowohl für den Arbeitgeber als auch für sich selbst. Bestehe immer auf einer ordentlichen Anmeldung.

  • Krankenversicherung vergessen: Ein Minijob allein macht dich nicht krankenversichert. Kläre vorher, wie du abgesichert bist – über Familie, Hauptjob oder eine freiwillige Versicherung.

Minijob und Hauptjob kombinieren – so geht es richtig

Viele Arbeitnehmer kombinieren ihren Hauptjob mit einem Minijob. Das ist grundsätzlich erlaubt und kann eine gute Möglichkeit sein, das Einkommen aufzubessern. Aber es gibt Regeln:

  • Du darfst neben deinem Hauptjob genau einen Minijob haben, der steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

  • Prüfe deinen Arbeitsvertrag: Manche Verträge enthalten eine Klausel, die Nebentätigkeiten genehmigungspflichtig macht.

  • Der Minijob darf deinen Hauptjob nicht beeinträchtigen. Arbeitest du abends bis spät und bist am nächsten Morgen nicht leistungsfähig, kann das zum Problem werden.

  • Beachte das Arbeitszeitgesetz: Die maximale Arbeitszeit beträgt 48 Stunden pro Woche (inklusive Minijob und Hauptjob zusammen).

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