Bewerbung unterschreiben oder nicht?

22.03.2022

Bewerbung unterschreiben - ja oder nein?

Die meisten Bewerbungsschreiben werden heute in Bewerbungsportalen hochgeladen oder per E-Mail verschickt. Der Versand als Brief ist heutzutage seltener geworden. Das auf ein Anschreiben in Papierform eine mit der Hand geschriebene Unterschrift gehört, ist einleuchtend, aber wie sieht es bei digitalen Bewerbungen aus?

Muss jedes Anschreiben handschriftlich unterschrieben sein und wo soll idealerweise signiert werden? Was verrät eine Unterschrift über die Charaktereigenschaften eines Bewerbers? Hier erfahren Sie alles, was Sie über die Unterschrift auf der Bewerbung wissen müssen.

Inhaltsverzeichnis

So unterschreiben Sie Ihre Bewerbung richtig

Anforderungen an die Lesbarkeit von Unterschriften

Psychologische Interpretation von Unterschriften

Fazit: Unterschreiben Sie Ihre Bewerbung auf jeden Fall

So unterschreiben Sie Ihre Bewerbung richtig

Die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch verbessern sich nicht drastisch dadurch, dass Sie das Anschreiben richtig unterschreiben. Aber wenn Sie es falsch machen, könnte das einen schlechten ersten Eindruck bei einem Arbeitgeber hinterlassen.

Neben Ihrem Bewerbungsfoto ist die Unterschrift das einzige in den Bewerbungsunterlagen, dass Ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Alles andere sind eher Fakten, die sich auf Ihre beruflichen Leistungen beziehen. 

Ob und wie das Anschreiben unterschrieben werden soll, hängt in erster Linie davon ab, wie es verschickt wird. Die drei verbreitetsten Möglichkeiten für den Versand sind der traditionelle Postversand, der Versand per E-Mail und das Hochladen auf einem Bewebungsportal.

Unterschrift auf Anschreiben bei Postversand

Auch wenn es seltener vorkommt, müssen Sie Ihr Anschreiben manchmal per Post verschicken. Besonders bei einigen Behörden und kleinen Firmen kann dies der Fall sein. Sie sollten ein per Post versandtes Anschreiben in jedem Fall unterschreiben, weil es professioneller ist und wenig Aufwand erfordert. Im üblichen Format für Geschäftsbriefe sollten Sie Ihre Unterschrift immer am Ende des Anschreibens nach der Verabschiedung setzen.

Das ist in der Regel die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen". Lassen Sie zwei bis drei Zeilen Leerraum zwischen Ihrer Unterschrift und Ihrem vollständigen Namen.

Drucken Sie Ihr Anschreiben aus und unterschreiben Sie mit einem Füller mit blauer Tinte in diesem leeren Bereich. Aber wo genau sollen Sie die Bewerbung unterschreiben? Die linke Seite ist der korrekte Platz für Ihre Unterschrift. Sie sollte weder zu groß noch zu klein sein. Auf einem ausgedruckten Dokument brauchen Sie Ihre Kontaktdaten nicht unter Ihre Unterschrift zu setzen, da diese Informationen am Anfang des Anschreibens stehen.

Korrekte Unterzeichnung eines per E-Mail versandten Anschreibens

Wenn Sie ein Anschreiben als Text einer E-Mail verschicken, müssen Sie keine handschriftliche Unterschrift leisten. Schreiben Sie einfach Ihren vollständigen Namen am Ende der E-Mail und verwenden Sie dabei dieselbe professionelle Anschreiben-Schriftart, die Sie auch für den Rest Ihres Anschreibens benutzen. Es ist nicht nötig, Ihren Namen in kursiver Schrift zu schreiben.

Auch wenn Ihre Kontaktdaten bereits in Ihrem Lebenslauf und in der Überschrift Ihres Anschreibens enthalten sind, können Sie diese in Ihre E-Mail-Signatur einfügen. Eine vollständige E-Mail-Signatur sieht gut aus und erleichtert auch die Kontaktaufnahme. 

Ziehen Sie in Erwägung, das Anschreiben zusätzlich als Anhang beizufügen. Im Fall, dass die Mitarbeiter der Personalabteilung eine Mappe zusammenstellen und Ihre E-Mail ausdrucken, wird dies nicht so gut aussehen wie eine gedruckte PDF-Datei.

Digitales Anschreiben richtig unterzeichnen

Ein Bewerbungsschreiben als Anhang ist ein Anschreiben, das entweder auf ein Jobportal hochgeladen oder an eine E-Mail angehängt wird. Dies unterscheidet sich von einem E-Mail-Anschreiben, das im Text einer E-Mail verfasst wird. Sie fragen sich, wie Sie ein als Anhang gesendetes Anschreiben unterschreiben sollen?

Dazu gibt es drei Möglichkeiten:

1. Bewerbungsschreiben ausdrucken, unterschreiben und einscannen

Wenn Sie einen Drucker und Scanner haben, können Sie das Bewerbungsschreiben ausdrucken, dann unterschreiben und anschließend einscannen und als PDF abspeichern. Bei der Unterschrift gilt das Gleiche wie oben für den Postversand beschrieben. Diese Methode ist etwas umständlich, vor allem für Personen ohne Drucker und Scanner, oder wenn Sie mehrere Bewerbungen rausschicken.

2. Erstellen und Einfügen einer handschriftlichen Unterschrift als Bilddatei

Wenn Sie einmal Ihre Unterschrift als digitale Bilddatei auf Ihrem Computer haben, können Sie diese immer wieder für verschiedene Arten von professionellen Briefen nutzen, dann auch ohne Drucker und Scanner. Dies ist auf Dauer also durchaus empfehlenswert. Ein Scanner ist hier hilfreich, es geht aber auch mit der Kamera des Smartphones oder mit einer anderen Kamera.

Zuerst schreiben Sie Ihre Unterschrift mit einem blauen Füller, wie oben beschrieben, auf ein weißes Blatt Papier. Scannen Sie die Seite ein und speichern Sie diese auf Ihrem Computer im Dateiformat .jpg. Falls Sie keinen Scanner zur Verfügung haben, machen Sie ein Foto von Ihrer Unterschrift mit dem Smartphone. Dabei unbedingt darauf achten, dass keine Schatten auf die Unterschrift fallen und das Papier gleichmäßig und gut belichtet wird. Übertragen Sie das Bild vom Smartphone auf den Computer.

Öffnen Sie die gescannte oder fotografierte Bilddatei in einem Bildbearbeitungsprogramm auf Ihrem PC oder Laptop. Schneiden Sie es so zu, dass nur die Unterschrift drauf ist und nicht viel Leerraum drumherum bestehen bleibt. Bei dem Foto kann es nötig sein, den Hintergrund etwas aufzuhellen, damit er ganz weiß ist. Auch das Erhöhen des Kontrastes und/oder der Tiefen hilft, die Unterschrift deutlich erkennbar zu machen. Wenn Sie zufrieden sind, speichern Sie die Signatur wieder als .jpg ab.

Um die Unterschrift dann in Ihre Bewerbung einzufügen, gehen Sie auf die gewünschte Stelle unter der Grußformel und klicken auf Einfügen > Bilder. Dann wählen Sie die Unterschrift auf dem Computer aus und bringen Sie in die proportionale Größe und Position. Am Ende speichern Sie das fertige Bewerbungsschreiben mit Ihrer Unterschrift als PDF-Datei ab. Diese Datei können Sie dann als E-Mailanhang senden oder auf dem Bewerbungsportal hochladen.

3. Unterschrift Software verwenden

Unterschreiben Sie Ihr Anschreiben elektronisch mit einer der zahlreichen, speziell für diesen Zweck entwickelten Unterschrift-Software (zum Beispiel Adobe Sign). Eine Software für elektronische Signaturen ermöglicht es den Benutzern, ihre Unterschrift auf ein digitales Dokument zu setzen. Cloud-basierte Lösungen machen es möglich, von überall aus zu unterschreiben. Diese Methode ist die einfachste für Personen, die bereits einen solchen Dienst nutzen, weil sie häufig elektronische Unterschriften leisten müssen. Für den einmaligen Gebrauch ist eine der anderen beiden Praktiken empfehlenswerter.

Anforderungen an die Lesbarkeit von Unterschriften

Für Sie als Bewerber gibt es keine festen Vorschriften für die Art der Unterschrift auf Ihrer Bewerbung. Es gibt aber feste Regeln für den allgemeinen Geschäftsverkehr und die rechtswirksame Korrespondenz mit Behörden. Es ist sicher nicht verkehrt, wenn Ihre Unterschrift diese Mindestanforderungen erfüllt, auch wenn es kein Muss ist.

Der Name des Unterzeichners muss als Name erkennbar sein. Die Buchstaben müssen zumindest andeutungsweise erkennbar sein, ansonsten fehlt das Schriftmerkmal. Die vollständige Lesbarkeit einer Unterschrift ist jedoch nicht erforderlich. Ist sie unleserlich, muss die Signatur zumindest einen erkennbaren individuellen Buchstaben aufweisen. Die Handschrift muss einzelne individuelle Merkmale enthalten.

Psychologische Interpretation von Unterschriften

Die Funktion von Unterschriften besteht traditionell darin, die eindeutige persönliche Identifikation einer Person dauerhaft auf einem Dokument festzuhalten. Dies dient als physischer Beweis für das persönliche Zeugnis dieser Person und die Bestätigung des Inhalts des gesamten Dokuments. Unsere Unterschrift hat sich im Laufe des Erwachsenwerdens irgendwann herauskristallisiert. Sie ist nicht umsonst einzigartig und schwierig für andere zu kopieren und wird deshalb als Mittel der Identifikation benutzt.

Die Schreibweise wird von unserem Unterbewusstsein beeinflusst und wird deshalb von Psychologen genutzt, um einen Einblick in die Persönlichkeit zu erhalten. Gewiss wird die Firma, bei der Sie sich bewerben, nicht einen professionellen Grafologen beauftragen, um Ihre Unterschrift zu analysieren. Genau wie wir unbewusst unsere Persönlichkeit in die Unterschrift einbauen, so können diese Signale auch von anderen unbewusst aufgenommen werden. Für diese unterbewusste Wahrnehmung muss man kein Grafologiestudium absolviert haben.

In der Grafologie gibt es folgende Kriterien und Interpretationen:

Winkel

Der Winkel einer Unterschrift ist aufschlussreich. Ansteigende Unterschriften sollen ein Zeichen für Ehrgeiz, Optimismus, Kreativität und Vitalität sein. Absteigende Signaturen, die zum Ende hin nach unten gehen, sind ein Zeichen für Skeptiker und werden mit Pessimismus und Niedergeschlagenheit in Verbindung gebracht.

Eine Unterschrift, die gerade wie ein Pfeil verläuft, ist ein Zeichen für Ausgeglichenheit und Kontrolle. Menschen, die auf einem leeren Blatt ganz gerade unterschreiben, sind wahrscheinlich sehr organisiert und selbstständig.

Größe

Je größer die Unterschrift, desto größer das Selbstvertrauen. Wenn eine Unterschrift sehr groß ist, zeugt dies von zu viel Selbstvertrauen, was auf Narzissmus hindeuten kann. Falls Sie eine winzige Unterschrift haben, müssen Sie vielleicht daran arbeiten, Ihren Platz ein wenig mehr zu beanspruchen und sich selbst aufzuwerten. Insbesondere bei der Größe ist also ein Mittelmaß anzustreben.

Lesbarkeit

Wenn eine Person eine präzise, sehr gut lesbare Unterschrift hat, ist das ein Zeichen für offene Geradlinigkeit. Unleserliche Unterschriften deuten dagegen auf eine schnelle Auffassungsgabe hin. Sie bedeuten auch, dass die Person sich nicht mit Details aufhält. Die Handlungen dieser Personen sprechen für sich selbst, sodass ihre Unterschrift dies nicht zu tun braucht.

Schnörkel und Verzierungen

Besonders verbreitete Verzierungen von Unterschriften sind lang gezogene Linien und geschwungene Buchstaben. Grafologen sagen, je mehr Verzierungen eine Signatur hat, desto komplizierter ist die Person. Und je einfacher die Unterschrift ist, desto unkomplizierter ist die Person.

Fazit: Unterschreiben Sie Ihre Bewerbung auf jeden Fall

Am Ende mag die Unterschrift unter der Bewerbung ein kleines, relativ unbedeutendes Detail in dem großen Gesamtwerk Ihrer Bewerbungsunterlagen sein. Trotzdem ist die handschriftliche Unterschrift im digitalen Zeitalter ein kleines Stück Ihrer analogen Persönlichkeit. Die Art, wie Sie Ihren Namen schreiben, kann einen guten oder schlechten Eindruck hinterlassen. Geben Sie sich Mühe und benutzen Sie einen guten Stift, am besten einen Füller mit blauer Tinte. Die Antwort auf die Frage „Muss die Bewerbung unterschrieben sein?” ist also ganz klar Ja. Die Unterschrift unter Ihrem Anschreiben sollte auf keinen Fall vergessen werden.