Familienstand in der Bewerbung angeben

Sollte ich den Familienstand in der Bewerbung angeben?

Sie haben sicher schon einmal überlegt, ob Sie Ihren Familienstand in der Bewerbung angeben sollen oder nicht. Viele Menschen sind unsicher, was das Richtige ist und ob es für die Jobaussichten von Bedeutung sein könnte. Wir wollen Ihnen mit diesem Artikel helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Welche Familienstände gibt es?

Der Familienstand gibt Auskunft über die Beziehungsverhältnisse des Bewerbers. Heutzutage ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Familienkonstellationen haben.

Daher ist es wichtig, den aktuellen Stand der Dinge anzugeben, damit der potenzielle Arbeitgeber ein vollständiges Bild bekommt. Es gibt verschiedene Familienstände, die im Lebenslauf angegeben werden können.

Dazu gehören:

Ledig

Ledig ist ein Familienstand, der aufzeigt, dass eine Person nicht verheiratet ist. Der Begriff wird auch für unverheiratete Paare verwendet, die zusammenleben.

Verheiratet

Verheiratet ist ein Familienstand der angegeben wird, sobald man durch eine standesamtliche Trauung oder durch eine kirchliche Trauung eine Ehe geschlossen hat.

Geschieden

Geschieden ist man, wenn eine Ehe durch das zuständige Familiengericht geschieden wurde.

Verwitwet

Wenn der Ehepartner verstorben ist, zählt man zu dem Familienstand “Verwitwet"

Ist die Angabe Pflicht?

Der Familienstand ist im Lebenslauf keine Pflichtangabe mehr. Dies ist auf das 2006 inkraftgetretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zurückzuführen, welches Diskriminierungen vermeiden soll und allen Bewerbern die gleichen Chancen einräumen möchte.

Der Hintergrund hierfür liegt darin, dass persönliche Angaben wie der Familienstand nichts über die Jobeignung aussagen und lediglich Vorurteile erzeugen können.

Daher ist es die eigene Entscheidung, ob man den Familienstand im Lebenslauf angeben möchte oder nicht.

Warum den Familienstand in der Bewerbung angeben? 

Wir haben hier für Sie die Vor- und Nachteile aufgelistet, sodass Sie selbst abwägen können, ob Sie Ihren Familienstand angeben oder nicht.

Vorteile

  1. Der Personaler kann erkennen, ob Sie belastbar sind und Verantwortung übernehmen können.

  2. Wenn Sie verheiratet sind oder Kinder haben, kann dies für den Personaler ein Indikator dafür sein, dass Sie loyal und verlässlich sind.

  3. Die Angabe des Familienstands im Lebenslauf kann dazu beitragen, dass Sie als Bewerber ernst genommen werden.

  4. Wenn Sie offen über Ihren Familienstand sprechen, kann dies für den Personaler ein Zeichen von Vertrauenswürdigkeit sein.

Nachteile

  1. Familienstand kann Diskriminierung bedeuten: Gerade wenn es um den neuen Trend „New Work“ geht, also flexible Arbeitszeiten und Home Office, kann der Hinweis auf einen Partner oder Kinder als potenzieller Hindernis bei der Suche nach einer neuen Stelle angesehen werden.

  2. Mögliche Vorurteile: Auch wenn es heutzutage selbstverständlich sein sollte, dass Eltern beruflich Karriere machen können und Väter genauso viel Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten, könnte es doch zu Vorurteilen gegenüber ledigen oder kinderlosen Kandidaten kommen.

  3. Keine Rolle spielender Faktor: In vielen Fällen hat der Familienstand gar keine Relevanz für die ausgeschriebene Stelle – warum also darauf hinweisen?

Familienstand im Lebenslauf - "Persönliche Daten"

Lebenslauf

Der erste Schritt bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs ist die Festlegung Ihrer persönlichen Daten. Dazu gehört auch Ihr Familienstand. Wenn Sie ledig ,verheiratet, geschieden oder verwitwet sind, können Sie dies in Ihrem Lebenslauf unter der Rubrik "Persönliche Daten" angeben.

Denken Sie daran, dass der Personaler bei der Auswahl der Bewerber nach bestimmten Kriterien sucht. Daher sollten Sie in Ihrem Lebenslauf alle relevanten Informationen angeben, damit der Arbeitgeber einen guten Eindruck von Ihnen bekommt.

Fazit: Ist es ratsam, seinen Familienstand in der Bewerbung anzugeben?

Es ist nicht unbedingt ratsam, seinen Familienstand in der Bewerbung anzugeben. Dennoch kann es in manchen Fällen von Vorteil sein. Beispielsweise kann es durchaus positiv wirken, wenn Sie verheiratet sind und Kinder haben. Denn das zeigt, dass Sie verantwortungsbewusst sind und einer langfristigen Bindung nicht abgeneigt sind.

Allerdings sollten Sie bedenken, dass Ihr Familienstand auch negativ ausgelegt werden kann – beispielsweise wenn Sie geschieden sind oder keine Kinder haben. In diesem Fall ist es besser, den Familienstand wegzulassen oder zumindest nicht hervorzuheben.

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