Praktikumsbewerbung: Anschreiben-Muster und Formulierungen
Ein Praktikumsanschreiben hat eine Besonderheit: Du bewirbst dich nicht um eine Stelle, die du schon ausfüllen kannst, sondern um die Gelegenheit, es zu lernen. Deshalb steht hier nicht im Vordergrund, was du kannst, sondern was du wissen willst — und warum gerade dort. Zwei Dinge gehören außerdem immer hinein, weil sonst nachgefragt werden muss: der genaue Zeitraum und ob das Praktikum Pflicht ist.
Das vollständige Anschreiben zum Kopieren
Platzhalter in [Klammern] ersetzt du durch deine Angaben — die Liste unter dem Brief zeigt, welche Stellen Pflicht sind.
Sehr geehrte Frau [Nachname],
im fünften Semester meines Studiums der Kommunikationswissenschaft an der Universität [Ort] steht ein zwölfwöchiges Pflichtpraktikum an. Ich möchte es bei [Unternehmen] absolvieren, weil mich interessiert, wie Kampagnen entstehen, bevor sie sichtbar werden — der Teil also, den man von außen nie sieht.
Fachlich bringe ich mit, was ein Praktikum voraussetzt, aber nicht ersetzt: Ich habe zwei Semester Statistik hinter mir, arbeite sicher mit Excel und habe für ein Seminarprojekt eine Nutzerbefragung mit 140 Teilnehmenden aufgesetzt und ausgewertet. Nebenher betreue ich seit einem Jahr die Social-Media-Kanäle eines Leipziger Studierendenvereins.
Was ich lernen möchte, ist der Schritt davor: Wie wird aus einem Briefing eine Kampagne, wer entscheidet was, und woran wird am Ende gemessen, ob es funktioniert hat. Ich bin es gewohnt, mitzuschreiben und nachzufragen, statt auf Anweisungen zu warten.
Der Zeitraum vom [Datum] bis [Datum] ist durch die Studienordnung gesetzt, davor und danach bin ich flexibel. Über ein Gespräch — gern auch per Video — freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Jonas Reinhardt
- Der Zeitraum. Datum bis Datum, nicht „ab sofort“. Ohne den Zeitraum muss nachgefragt werden, und das kostet dich Tage.
- Pflicht oder freiwillig. Das entscheidet über Vergütung und Bescheinigung. Schreib es in den Betreff, dann ist es sofort klar.
- Was du lernen willst. Der Satz, den nur du schreiben kannst. Er ersetzt die Berufserfahrung, die du noch nicht hast.
- Der Bezug zur Firma. Ein Produkt, eine Kampagne, eine Abteilung — etwas Konkretes, das zeigt, dass du dich umgesehen hast.
Einleitung, Hauptteil, Schluss — zum Austauschen
Das Muster oben, zerlegt in seine Bausteine. Zu jedem zwei bis drei Formulierungen — kopier die, die zu deiner Situation passt; zusammen ergeben sie wieder ein vollständiges Anschreiben.
Einleitung
3 Formulierungen„im fünften Semester meines Studiums der Kommunikationswissenschaft an der Universität [Ort] steht ein zwölfwöchiges Pflichtpraktikum an. Ich möchte es bei [Unternehmen] absolvieren, weil mich interessiert, wie Kampagnen entstehen, bevor sie sichtbar werden — der Teil also, den man von außen nie sieht.“
„zwischen Bachelorabschluss und Masterstudium habe ich drei Monate Zeit, die ich nicht mit Warten verbringen möchte. Deshalb bewerbe ich mich um ein freiwilliges Praktikum bei [Unternehmen] — dort, wo ich sehen kann, wie aus Marktforschung eine Entscheidung wird.“
„in der Jahrgangsstufe 10 der [Schule] steht im [Monat] unser zweiwöchiges Betriebspraktikum an. Ich würde es gern bei [Unternehmen] machen, weil ich wissen will, ob der Beruf zu mir passt, bevor ich mich in zwei Jahren entscheiden muss.“
Hauptteil
2 Formulierungen„fachlich bringe ich mit, was ein Praktikum voraussetzt, aber nicht ersetzt: Ich habe zwei Semester Statistik hinter mir, arbeite sicher mit Excel und habe für ein Seminarprojekt eine Nutzerbefragung mit 140 Teilnehmenden aufgesetzt und ausgewertet. Nebenher betreue ich seit einem Jahr die Social-Media-Kanäle eines Leipziger Studierendenvereins.“
„einschlägige Vorerfahrung im Marketing habe ich nicht — was ich mitbringe, ist die Fähigkeit, mich einzulesen. Für eine Hausarbeit habe ich mich in vier Wochen in ein Thema eingearbeitet, von dem ich vorher nichts wusste, und dafür die Bestnote bekommen. Genauso würde ich hier anfangen.“
Schluss
3 Formulierungen„der Zeitraum vom [Datum] bis [Datum] ist durch die Studienordnung gesetzt, davor und danach bin ich flexibel. Über ein Gespräch — gern auch per Video — freue ich mich.“
„beim Zeitraum bin ich flexibel: Drei Monate am Stück sind mir möglich, ein späterer Beginn ebenfalls. Sagen Sie mir gern, was in Ihre Planung passt.“
„da es sich um ein Pflichtpraktikum im Rahmen meiner Studienordnung handelt, ist eine Vergütung für mich kein Ausschlusskriterium. Wichtiger ist mir, dass ich wirklich mitarbeiten darf.“
Was bei Praktikum typisch schiefgeht
Der häufigste Grund für eine Rückfrage — und Rückfragen kosten dich den Platz an jemanden, der es hingeschrieben hat.
Ein Praktikum ist kein Job. Wer so tut, als könne er schon alles, wirkt unglaubwürdig.
Neben dem, was du lernen willst, gehört ein Satz dazu, was du beitragen kannst. Und sei es Fleiß.
Praktika laufen selten über die Personalabteilung. Ein Anruf klärt, wer im Fachbereich zuständig ist.
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