Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch: Die perfekte Vorbereitung

31.03.2022

Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch: Die perfekte VorbereitungIn Ihrem Lebenslauf steht es bereits, nun gilt das, was Sie besonders geeignet für den Job macht, auch im Gespräch zu erklären.

Stellen Sie sich selbst Fragen wie:

  • Was will ich?

  • Was kann ich?

  • Warum bin gerade ich für diesen Job geeignet?

Die Selbstdarstellung ist ein fester Bestandteil des Bewerbungsprozesses. Den Satz „Erzählen Sie etwas über sich”, werden Sie sowohl in einem Vorstellungsgespräch als auch in einem Assessment-Center zu hören bekommen.

Innerhalb weniger Minuten haben Sie dann die Möglichkeit, sich, Ihren Werdegang, Ihre Erfahrungen und Ihre Erfolge zu präsentieren. In den meisten Fällen werden ebenso Ihre Ziele und Motivationen sowie Ihre Stärken und Schwächen thematisiert. Üben Sie vorab Ihre Selbstpräsentation vor dem Spiegel.

Außerdem ist es hilfreich, Gespräche mit vertrauten Personen, wie etwa aus der Familie und Ihres Freundeskreises über Ihre Stärken zu führen. Viele Bewerber verspüren Unsicherheit und Angst vor dieser Frage.

Mit einer gründlichen Vorbereitung werden Sie die Selbstpräsentation mit Sicherheit perfekt meistern.

Inhaltsverzeichnis

Definition von Selbstpräsentation

Warum gibt es eine Selbstpräsentation beim Vorstellungsgespräch?

Vorbereitung auf mögliche Fragen beim Vorstellungsgespräch

Wann starte ich mit der Selbstpräsentation?

Was sage ich im Vorstellungsgespräch über mich?

Hilfsmittel für Ihre Vorstellung im Bewerbungsgespräch

Unsere Tipps für Ihre Selbstpräsentation

Definition von Selbstpräsentation

Kurz gesagt geht es bei der Präsentation um Folgendes: „Sich selbst beim Vorstellungsgespräch vorstellen” bzw. geht es um die „Selbstdarstellung”.

Eine Selbstpräsentation ist nichts anderes als eine mündliche Vorstellung Ihrer Person. Die Selbstdarstellung wird bei einem klassischen Vorstellungsgespräch von Ihnen durchgeführt. In einem Assessment-Center beispielsweise kann die Selbstpräsentation auch variiert werden.

Die Vorbereitung der Präsentation kann unter anderem im Team erfolgen und anschließend werden Sie von einem anderen Bewerber vorgestellt. Für Ihre Vorstellung haben Sie normalerweise zwischen drei und fünf Minuten Zeit. In dieser Zeit erzählen Sie dafür Ihrem Gegenüber von Ihrem beruflichen Werdegang, Ihrer Ausbildung und begründen, warum Sie in diesem Unternehmen arbeiten wollen.

Warum gibt es eine Selbstpräsentation beim Vorstellungsgespräch?

Dass Sie eine Selbstdarstellung beim Vorstellungsgespräch halten sollen, hat mehrere Gründe. Wir geben Ihnen hierzu einen genaueren Einblick:

Abgleich mit Ihrem Lebenslauf

Die Recruiter haben sich bereits durch Ihr Bewerbungsschreiben und Ihren Lebenslauf ein Bild von Ihnen gemacht. Ihre Präsentation ermöglicht es den Recruitern, Ihre Erzählungen mit ihrem bereits gewonnenen Eindruck zu vergleichen. Weiterhin wird überprüft, ob es Widersprüche zwischen Ihrer Selbstpräsentation und Ihrer Bewerbung gibt. Dies können eventuelle Lücken im Lebenslauf oder sonstige Auffälligkeiten sein.

Persönlichkeit und Eindruck

Wie wirken Sie auf Ihr Gegenüber? Selbstbewusst und sicher oder nervös und ängstlich? Die Selbstpräsentation während des Bewerbungsgesprächs dient dem Einschätzen Ihrer Persönlichkeit und dem persönlichen Eindruck.

Vorbereitung und Vertiefung

  • Ist Ihre Selbstpräsentation sinnvoll geordnet?

  • Können Sie einen Bezug zu dem Unternehmen herstellen?

  • Erläutern Sie Ihre Berufswahl und die Wahl des Unternehmens mit Überzeugung?

Ihre Selbstdarstellung zeigt auch, ob Sie sich umfassend vorbereitet haben und über das Unternehmen informiert sind.

Vorbereitung auf mögliche Fragen beim Vorstellungsgespräch

Damit Sie sich perfekt auf die Selbstpräsentation vorbereiten können, ist es zuallererst wichtig, dass Sie wissen, welche Punkte in das Vorstellungsgespräch hinein gehören. Im Anschluss geben wir Ihnen einen Überblick.

Zusammengefasst sollen also folgende Fragen des Recruiters beantwortet werden:

  • Stimmt das Auftreten des Bewerbers zur Selbstpräsentation mit den Bewerbungsunterlagen überein?

  • Gibt es Lücken oder Widersprüche zum Lebenslauf?

  • Werden Erfolge und Erfahrungen logisch und zusammenhängend dargestellt?

  • Ist der Bewerber selbstsicher und selbstbewusst?

  • Hat sich der Bewerber mit dem Unternehmen, der Stelle und den Anforderungen auseinandergesetzt?

Wann starte ich mit der Selbstpräsentation?

Der Zeitpunkt und die Reihenfolge für die Selbstdarstellung können unterschiedlich sein. Es kann sein, dass sich die anwesenden Vertreter des Unternehmens beziehungsweise die Mitarbeiter vom Assessment-Center zuerst vorstellen. Anschließend werden Sie gebeten, sich selbst vorzustellen.

Oder Sie werden als Erster darum gebeten, Ihre Selbstpräsentation zu starten. Eingeleitet werden kann die Selbstpräsentation mit Sätzen wie:

  • „Wir würden Sie gerne kennenlernen.”

  • „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?”

  • „Erzählen Sie uns bitte etwas über sich.”

  • „Stellen Sie sich bitte kurz vor.”

  • „Warum möchten Sie diese Stelle?”

Was sage ich im Vorstellungsgespräch über mich?

Es ist Ihre Gelegenheit, Werbung im Zuge der Selbstpräsentation für Sie zu machen. Doch was sollten Sie im Vorstellungsgespräch über sich sagen? Auch formale Inhalte gehören in Ihre Gesprächsminuten. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick der Inhalte für Ihre Selbstpräsentation:

Name, Herkunft und Alter

Es wirkt vielleicht redundant, Sie sollten sich aber der Form halber noch einmal vorstellen. 

Beispiel:

Vielen Dank, dass Sie mir die Gelegenheit geben, mich vorzustellen. Mein Name ist Max Mustermann, ich bin 29 Jahre alt und komme aus Berlin.

Ausbildung und Themengebiete

Ihre höchste Ausbildung, das Fach und die Art des Abschlusses sollten auf alle Fälle genannt werden. Weiterhin sollten Sie Ihre Schwerpunkte nennen und auch den Grund für die Wahl der Fächer bekannt geben.

Beispiel:

Ich habe an der XY Universität studiert und mit einem Master of Arts abgeschlossen. Zu meinen Schwerpunkten zählten (zählen Sie ein bis drei Schwerpunkte auf, welche für das Unternehmen relevant sind). Ich habe dieses Studium gewählt, weil ...

Praktische Erfahrung

Zu den praktischen Erfahrungen zählen Praktika, Berufserfahrung und auch ein absolvierter Auslandsaufenthalt. Praktische Erfahrungen sollten unbedingt ein Teil Ihrer Selbstdarstellung sein. Mithilfe von Erfahrungen können Sie verdeutlichen, dass Sie für die angestrebte Position geeignet sind.

Beispiel:

Während meines Studiums konnte ich im Rahmen eines Praktikums und durch einen Auslandsaufenthalt in „Land XY” Erfahrungen sammeln.

Projekte, Lernerfolge und Abschluss

Betonen Sie Ihre Schwerpunkte des Studiums / der Ausbildung und welche praktischen Erfahrungen Sie aufweisen können. Die dadurch gewonnenen Kenntnisse und Eigenschaften sollten sich auf die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle beziehen.

Beispiel: „Durch praktische Erfahrung und durch mein Studium / meine Ausbildung habe ich folgende Kenntnisse und Eigenschaften (nennen Sie ein bis drei) erlernen können. Diese passen aus meiner Sicht gut zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle. 

Ich bin mir sicher, mein Wissen gewinnbringend für Sie einzusetzen und ebenso erweitern zu können.

Hobbys und persönliche Interessen

Befinden Sie sich beispielsweise in einem Sportverein, so können Sie dies erwähnen. Es handelt sich hier um gute Soft Skills - wichtig ist, dass Sie nicht allzu privat werden. Versuchen Sie Ihre Freizeitinteressen mit den Schwerpunkten Ihres Studiums zu kombinieren und zu vermitteln, dass Sie wirklich für das Thema brennen. So ist es Ihnen möglich, einen sehr guten Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle herzustellen.

Ein weiteres Beispiel für einen Einstieg

Wir wollen Ihnen noch ein weiteres Beispiel für einen Einstieg in Ihre Selbstdarstellung geben.

Beispiel:

Vielen Dank für Ihre Einladung und die Chance, mich persönlich vorzustellen. Mein Name ich Max Mustermann, ich bin 28 Jahre alt und komme aus Berlin. In das Zentrum meiner Präsentation würde ich gerne zwei Erfahrungen stellen. Diese zeigen meiner Meinung am deutlichsten, warum ich für diese Stelle geeignet bin ....

Der Vorteil eines solchen Einstiegs ist es, dass Sie sich selbst eine Art Fahrplan auf den Weg geben. Sie wissen genau, dass es um zwei oder drei Qualifikationen geht, mit welchen Sie aufzeigen können, das ein Bezug zum Unternehmen besteht. Machen Sie Ihre Motivation für diese Stelle emotional spürbar.

Zeigen Sie echte Begeisterung und sammeln Sie so Pluspunkte. Sagen Sie den Recruitern deutlich, was Sie an dem Job reizt und warum Sie ihn unbedingt haben wollen.


Als einfache Regel für Ihre Vorstellung können Sie sich ebenso folgendes merken:

Ich bin, ich kann und ich will.

  • Wer bin ich? Stellen Sie sich mit Namen, Alter und Ihrer aktuellen beruflichen und persönlichen Situation vor.

  • Was kann ich? Präsentieren Sie Ihre Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfolge. Beschränken Sie sich auf das, was für die ausgeschriebene Stelle relevant ist und gehen Sie etwas ausführlicher darauf ein.

  • Was will ich? Bringen Sie Ihre Motivation für die Position zum Ausdruck. Erklären Sie Ihrem Gegenüber, warum er ausgerechnet Sie einstellen soll.

Hilfsmittel für Ihre Vorstellung im Bewerbungsgespräch

Sofern Sie Hilfsmittel verwenden dürfen und Sie sich selbst eine Präsentationsart aussuchen können, dürfen Sie kreativ werden. Bei einem Assessment-Center und auch bei größeren Firmen stehen Ihnen oftmals Hilfsmittel (z.B. PowerPoint, Flipchart) zur Verfügung. Erkundigen Sie sich im Vorfeld darüber, ob Sie diese auch verwenden können.

Eine Frau präsentiert sich im Vorstellungsgespräch mithilfe einer PowerPoint-Präsentation auf einer Leinwand

Selbstpräsentation mithilfe einer PowerPoint-Präsentation

Wenn die Möglichkeit besteht, können Sie eine PowerPoint-Präsentation im Vorstellungsgespräch verwenden. Die Verwendung zeigt, dass Sie sich vorbereitet haben und Sie problemlos mit Technik umgehen können und darüber hinaus auch kreativ sind. Setzen Sie an ausgewählten Stellen Bilder, Grafiken oder Icons ein und passen Sie Ihre Präsentation an das Corporate Design des Unternehmens an.

So gestalten Sie Ihre Selbstdarstellung abwechslungsreich und kurzweilig. Dies kommt bei vielen Unternehmen gut an. Eine PowerPoint-Präsentation sollten Sie jedoch nur dann verwenden, wenn Sie gut damit zurechtkommen. Sie haben maximal fünf Minuten Zeit und diese Zeit sollten Sie nicht mit einem Kampf mit der Technik verschwenden. Außerdem wäre dies nicht nur zeitlich problematisch, sondern hinterlässt auch einen negativen Eindruck.

Mann präsentiert sich selbst mithilfe eines Flipcharts im Vorstellungsgespräch

Selbstpräsentation mithilfe eines Flipcharts

Ein Flipchart ist ein weiteres hilfreiches Hilfsmittel, welches Sie für Ihre Selbstpräsentation nutzen können. Verwenden Sie ein Flipchart jedoch nur, wenn Sie deutlich schreiben und am besten noch ein wenig zeichnen können. Flipcharts eignen sich hervorragend, um während der Selbstpräsentation Skizzen anzufertigen oder vorbereitete Skizzen / Bilder anzuheften. Ebenso geben Sie Ihren Händen etwas zu tun und dies wiederum macht die Selbstpräsentation aktiver.

Kurze Redepausen zum Sammeln Ihrer Gedanken können Sie leichter überspielen, indem Sie etwas schreiben oder skizzieren.

Selbstpräsentation ohne Hilfsmittel

Die klassische Selbstpräsentation erfolgt in den meisten Fällen ohne Hilfsmittel. Für etliche Bewerber ist hier die größte Herausforderung, dass sie nicht wissen, was sie mit Ihren Händen machen sollen. Eine Präsentation ohne Hilfsmittel könnte unter Umständen auch etwas monoton wirken. Geben Sie auf die Betonung und Ihre Gestik acht. Halten Sie zum Beispiel einen Stift, so beschäftigen Sie Ihre Finger.

Formulieren Sie verständliche, kurze Sätze und variieren Sie Ihre Betonung dabei.

Selbstpräsentation als Teamwork

Wie bereits anfangs erwähnt, kann es beispielsweise in einem Assessment-Center vorkommen, dass Sie sich nicht selbst vorstellen. Ein anderer Bewerber präsentiert Sie und Sie präsentieren einen anderen Bewerber. Die Recruiter wollen so Ihre Teamfähigkeit überprüfen. Teamfähigkeit ist ein äußerst wichtiges Soft Skill. Nutzen Sie, wenn möglich, Hilfsmittel und nehmen Sie die Vorstellung Ihres zugeteilten Partner ebenso ernst wie Ihre eigene.

Auch wenn der andere Bewerber Ihr Konkurrent ist, würde eine schlechte Präsentation Sie in ein ungünstiges Licht bringen.

Unsere 6 Tipps für Ihre Selbstpräsentation

Wir haben Ihnen sechs hilfreiche Tipps zusammengestellt, damit Sie bei Ihrer Selbstdarstellung einen guten Eindruck hinterlassen.

1. Üben üben üben

Üben Sie Ihre Vorstellung im Vorfeld vor einem Spiegel und filmen Sie sich am besten dabei. So können Sie Ihre Mimik und Gestik genau überprüfen. Ein weiterer Vorteil der Videoaufnahme ist, dass Sie auch Ihre Sprechgeschwindigkeit kontrollieren und wenn notwendig anpassen können.

2. Benutzen Sie Hilfsmittel

Machen Sie sich mit möglichen Hilfsmitteln vertraut, auch wenn Sie noch nicht wissen, ob Ihnen diese zur Verfügung stehen. Üben Sie den Ablauf, denn jeder Schritt sollte sitzen. Sollten Sie im Endeffekt keine Hilfsmittel nutzen können, haben Sie dennoch Ihre Präsentation nochmals geübt.

3. Bleiben Sie in der Zeit

Eine Minute ist eindeutig zu wenig und sieben Minuten sind meist über der Zeit. Achten Sie beim Üben Ihrer Selbstpräsentation darauf, innerhalb einer Zeitspanne von drei bis fünf Minuten zu bleiben.

4. Stellen Sie einen Bezug her

Denken Sie immer an den Bezug zur Stelle und an das Unternehmen. Auslandserfahrungen sind immer gut, versuchen Sie dennoch während der Selbstpräsentation einen Bezug zu der ausgeschriebenen Stelle und zu dem Unternehmen herzustellen. Zeigen Sie weiterhin deutlich auf, warum Sie sich für die Stelle eignen und was Sie an Erfahrung mitbringen.

5. Denken Sie an Ihr Äußeres

Eigentlich ist es selbstverständlich, aber denken Sie an Ihr Äußeres. Es ist wichtig, dass Sie gepflegt auftreten. Üben Sie Ihre Selbstpräsentation im Vorfeld in dem Outfit, welches Sie auch beim Vorstellungsgespräch tragen werden. Sie werden sich während der Selbstdarstellung besser vorbereitet und auch wohler fühlen.

6. Keine falsche Bescheidenheit

Keine falsche Bescheidenheit. Laurie Rudman von der Rutgers Universität in New Jersey empfiehlt Folgendes: „Bescheidenheit ist eine Zier, weiter kommt man aber ohne ihr”.

Erscheinen Bewerber zu moderat und bescheiden, so gefällt dies vielen Personalentscheidern nicht. Oft wirkt Bescheidenheit auch als weniger ambitioniert und schwach. Dies gilt sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Kandidaten.

Als kleiner Trick, um selbstbewusster zu wirken, merken Sie sich unbedingt die Namen der Anwesenden. Sprechen Sie diese im Verlauf Ihrer Vorstellung ein- bis zweimal persönlich an.

Es hat eine enorme psychologische Wirkung und steigert die Sympathie bei Ihrem Gegenüber.