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6 Tipps zu Lücken im Lebenslauf

Ihre Bewerbung sollte so überzeugen können, dass Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Lücken im Lebenslauf ziehen da sofort die Aufmerksamkeit der Personaler auf sich. Egal was die Gründe für den Leerlauf im Lebenslauf ist, ob es die freiwillige Kündigung, die Kündigung durch den Arbeit und die darauf folgende Arbeitslosigkeit, Krankheit oder ein verzögerter Berufseinstieg sind: Wenn Sie Lücken im Lebenslauf haben, müssen Sie das in Ihrer Bewerbung verkaufen.

Verschweigen oder Ausreden erfinden - spätestens im Bewerbungsgespräch wird Sie der Personaler darauf ansprechen und wird es durchschauen.

Was sind Lücken im Lebenslauf?

Lücken in Ihrem Lebenslauf sind längere berufliche Auszeiten, die Sie nicht mit Weiterbildungen, Praktika, Ausbildungen, Studium oder einer durchgängigen Beschäftigung bzw. Anstellung befüllen und begründen können.

Als Faustregel gilt alles was über einen Zeitraum von zwei Monaten hinausgeht und nicht mit einer der oben genannten Gründe gefüllt werden kann, ist eine Lücke im Lebenslauf.

Eine persönliche Auszeit zwischen zwei Jobs oder zwischen der abgeschlossenen Ausbildung und dem Berufseinstieg sind völlig legitim, zum Beispiel um den Kopf frei zu bekommen oder sich beruflich zu orientieren. Eine Phase der beruflichen Neuorientierung oder der persönlichen Auszeit kann von 6 bis 8 Wochen dauern. Alles, was darüber hinausgeht, ist eher schwierig zu begründen.

Mut zur Lücke

Nicht jeder Lebenslauf ist perfekt - und das ist auch gar nicht schlimm! Fatal wird es nur dann, wenn Sie versuchen, Lücken in Ihrem Lebenslauf zu vertuschen oder gar zu verheimlichen. Dann entsteht bei den Personalern der Verdacht, dass es einen guten Grund haben muss, warum Sie diese Lücke verschweigen.

Ihr potenzieller Arbeitgeber muss unternehmerisch denken und handeln - wenn Ihr Lebenslauf viele Jobwechsel oder Lücken aufweist und Sie diese unkommentiert lassen, muss er selbst Mutmaßungen anstellen. Dadurch könnte bei ihm der Verdacht entstehen, dass Sie sprunghaft, unbeständig oder unzuverlässig sind als Mitarbeiter. Wenn die Gefahr besteht, dass Sie nach kurzer Zeit bereits wieder hinschmeißen - vielleicht auch wegen einer besser bezahlten Stelle, kann das für Ihren zukünftigen Arbeitgeber ein teures Risiko werden.

Aus aktuellem Anlass:

Die Jobsuche gestaltet sich in Krisenzeiten als teilweise besonders schwierig oder langwierig - scheuen Sie sich also nicht, das Ihrem potenziellen Arbeitgeber entsprechend mit der Pandemie zu begründen! In dieser Hinsicht kann es durchaus zu längeren Lücken als zwei Monaten kommen, was viele Personaler in den Unternehmen akzeptieren. Schließlich handelt es sich dabei um eine Ausnahmesituation in fast ausschließlich jedem Wirtschaftsbereich.

Lücken im Lebenslauf erkennen

Die beruflichen Stationen werden im Lebenslauf üblicherweise mit den jeweiligen Monats- und Jahreszahlen angegeben: MM/JJJJ - MM/JJJJ. MM steht für den Monat und JJJJ für die Jahreszahl. Damit lassen sich die einzelnen Stationen im Lebenslauf ganz genau ablesen - und wie achtlos sie ineinander übergehen. Werden die Stationen stattdessen nur anhand von Jahreszahlen angegeben, also mit JJJJ, regt das den Verdacht an, dass hier eventuelle Lücken verschleiert werden sollen.

Verdacht auf Vertuschung von Lücken:

  • JJJJ: Festanstellung bei Musterfirma in Musterstadt

  • JJJJ: Ausbildung zum Musterberuf

Korrektes Beispiel:

  • MM/JJJJ - MM/JJJJ: Festanstellung bei Musterfirma in Musterstadt

  • MM/JJJJ - MM/JJJJ: Ausbildung zum Musterberuf

Ein weiteres Indiz für Personalverantwortliche, dass Lücken im Lebenslauf vertuscht werden sollen, ist keinerlei zeitliche Einordnung der beruflichen Stationen. Dabei werden nur die Qualifikationen oder einzelnen Anstellungen aufgelistet.

Beispiel:

  • 3 Jahre Vertriebserfahrung im Außenhandel

  • 4 Jahre Außendiensterfahrung

  • 2 Jahre Festanstellung in Musterfirma

  • 3 Jahre Ausbildung zum Bürokaufmann

Dabei ist für den potenziellen Arbeitgeber nicht ersichtlich, von wann bis wann Sie jeweils in diesen Stationen tätig waren und ob es gegebenenfalls längere Pausen zwischen den einzelnen Etappen gegeben hat.

Dementsprechend misstrauisch sind sie Ihnen gegenüber eingestellt und werden Sie spätestens zum Vorstellungsgespräch dazu befragen - falls Sie überhaupt dazu eingeladen werden.

Tipp

Wir empfehlen Ihnen daher, solche Vertuschungsversuche zu unterlassen und stattdessen ehrlich auf eine längere Pause zwischen zwei beruflichen Etappen hinzuweisen.

Lücken erklären, die keine sind

Natürlich ist nicht jeder Werdegang lückenlos und es gibt durchaus Lücken, die eigentlich gar keine sind. Diese sollten Sie unbedingt richtig erklären, sodass der Leser Ihrer Bewerbung keine falschen Schlüsse zieht.

Berufseinstieg

Wenn die Ausbildung oder das Studium erfolgreich abgeschlossen sind, muss das nicht automatisch eine sofort erfolgreiche Jobsuche bedeuten. Viele Berufseinsteiger genießen nach ihrem Abschluss gerne eine Auszeit, um entweder Kräfte für den ersten Job zu sammeln oder um sich beruflich zu orientieren. Solche Phasen können beispielsweise für Praktika genutzt werden, um herauszufinden, welche Branche oder welcher Bereich zur eigenen Vorstellung passen könnte.

Wichtig ist es, das plausibel in Ihrer Bewerbung zu begründen. Es darf ruhig so aussehen, als wären Sie wählerisch, aber es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Sie zu faul sind.

Beispiel:

  • Richtig: Weiterbildung / Praktika / Ehrenamt

  • Falsch: Arbeitssuchend

Studienwechsel / Umorientierung

Es ist nicht verwerflich, dass Sie sich in Ihrem Studiengang oder Ihrer Ausbildungsrichtung geirrt haben. Sie haben sich anschließend umorientiert und eine neue Ausbildung begonnen oder den Studiengang gewechselt. Meistens erfolgt das nicht nahtlos, sondern ist mit einer Wartezeit verbunden, bis neue Ausbildungen oder Semester begonnen haben.

Wenn Sie die Wartezeit sinnvoll überbrücken und beispielsweise mit Praktika oder ehrenamtlichen Tätigkeiten begründen können, ist an einer Umorientierung nichts verwerflich. Haben Sie jedoch mehrmals den Studiengang gewechselt und dabei völlig unterschiedliche Richtungen eingeschlagen, könnte das einen sprunghaften Eindruck von Ihnen machen.

Selbst ein kompletter Studien- oder Ausbildungsabbruch ist keine Lücke, sofern Sie sich anschließend aktiv um etwas Neues bemüht haben.

Beispiel:

  • Falsch: Studien- oder Ausbildungsabbruch

  • Richtig: Studium / Ausbildung, anschließend Praktika oder Ehrenamt

Krankheit

Ein längerer krankheitsbedingter Ausfall ist ein sensibles Thema und muss keinesfalls näher begründet werden, da es sich hierbei um Ihre Privatsphäre handelt. An die. der Tatsache müssen Sie weder etwas beschönigen, begründen oder gar die Krankheit näher benennen. Es genügt, wenn Sie den Zeitraum eingrenzen und beispielsweise mit "krankheitsbedingter Ausfall" oder "Auszeit aus gesundheitlichen Gründen" begründen. Dass Sie sich für den Job bewerben, deutet schließlich darauf hin, dass Sie sich wieder einsatzbereit fühlen. Sie sollten an dieser Stelle ehrlich mit sich selbst sein und sich auch keine Tätigkeiten zumuten, die Sie eventuell nicht ausüben können.

Beispiel:

  • Falsch: Auszeit wegen Krankheit

  • Richtig: Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, vollständige Genesung und Einsatzbereitschaft

Pflege

Wenn Sie aufgrund der Pflege von Angehörigen keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen konnten, kann dies ebenfalls als "Lücke" im Lebenslauf auftauchen. Sofern Sie sich beruflich und hinsichtlich des Arbeitsmarktes trotzdem auf dem aktuellen Stand gehalten haben, ist an einem solchen beruflichen Leerlauf auch absolut nichts verwerflich.

Beispiel:

  • Falsch: Auszeit aus privaten Gründen

  • Richtig: Pflege eines Familienangehörigen

Kurze Arbeitslosigkeit

Nicht immer klappt es, dass ein Job nahtlos an den vorherigen Job anschließt. Eine kurzweilige Arbeitslosigkeit muss daher auch nicht verschwiegen werden - schließlich haben Sie anschließend wieder einen neuen Job angetreten. Beschreiben Sie unbedingt, was Sie in der Zeit zwischen den beiden Berufen gemacht haben, um eine neue Stelle zu finden. Damit begründen Sie nicht nur die entstandene Lücke, sondern beweisen auch Ihre Zielstrebigkeit und Ihr Engagement.

Beispiel:

  • Falsch: Arbeitslos / Arbeitssuchend

  • Richtig: Arbeitssuchend mit beruflicher Neuorientierung / Weiterbildung im Bereich ______

Pandemie

Zahlreiche Branchen wie die Gastronomie, die Tourismus- und Veranstaltungsbranche sind von der Pandemie betroffen und sie erschwert die Jobsuche teilweise enorm. Mitarbeiter arbeiten in Kurzarbeit, es werden keine neuen Arbeitnehmer eingestellt und die Unternehmen können die Arbeitsmarktsituation nicht einschätzen.

In Krisenzeiten nicht sofort einen neuen Job zu finden und für längere Zeit arbeitssuchend zu sein, ist daher nicht Ihrer fehlenden Motivation geschuldet. Erklären Sie diese Tatsache in Ihrer Bewerbung und es wird auf Verständnis vonseiten Ihres potenziellen Arbeitgebers stoßen. Wie bei allen anderen Gründen bereits genannt: Solange Sie die Auszeit sinnvoll genutzt haben, können Sie sie auch dementsprechend positiv hervorheben. Online-Weiterbildungen werden seit der Pandemie verstärkt angeboten und können zahlreich genutzt werden.

Beispiel:

  • Falsch: Arbeitssuchend

  • Richtig: Stellenabbau aufgrund der Corona-Pandemie, Weiterbildungen / Online-Kurse

5 Tipps und Beispiele

Die Lücken im Lebenslauf, die über die eben genannten Ursachen oder einer Dauer von zwei Monaten hinausgehen, lassen sich häufig nicht so einfach erklären. Dennoch sind sie menschlich und sollten nicht vertuscht werden. Wichtig ist es, sie zu benennen und zu Ihren Gunsten zu begründen.

1. Lücke durch Kündigung

Sie wurden gekündigt oder Ihre Stelle im Unternehmen wurde abgebaut und Sie sind bereits seit längerer Zeit auf der Suche nach einem neuen Job. Nicht immer gelingt der sofortige Start in den neuen Job. Zuerst muss unterschieden werden, warum Sie gekündigt wurden.

2. Selbstverschuldet

Sie wurden selbst verschuldet gekündigt, was verschiedene Ursachen haben kann. Mangelnde Leistung, häufige Abmahnungen oder wegen Fehlverhaltens. Daran lässt sich im Nachgang wenig beschönigen, also bleibt Ihnen nur der ehrliche Weg: Bleiben Sie in Ihrer Bewerbung bei den Fakten.

Mithilfe der Formulierung können Sie Schadensbegrenzung betreiben. Benennen Sie lediglich die Kündigung und nicht die Ursachen. Sie sparen sich jegliche Erklärungsversuche erst recht, wenn Sie dabei versuchen, die Schuld auf Ihre ehemaligen Kollegen oder Vorgesetzten zu schieben. Das macht bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber gar keinen guten Eindruck! Sie stehen zur Kündigung und versuchen nicht, die Verantwortung dafür von sich zu schieben.

Mithilfe dem Aufbau des Lebenslaufes können Sie Ihre beruflichen Stationen so anordnen, dass Ihre gekündigte Stelle nicht zuerst ganz oben erscheint. Je nachdem, wann die Kündigung erfolgt ist, also ob es bereits länger her ist oder erst bei Ihrer letzten Anstellung passiert ist, sollten Sie sich für die chronologische oder amerikanische Anordnung Ihres Lebenslaufes entscheiden.

3. Unverschuldet

Ihre Stelle wurde abgebaut, das Unternehmen wurde umstrukturiert oder musste sogar gänzlich schließen? In diesem Fall können Sie Ihre Kündigung bzw. Entlassung ganz ohne schlechtes Gewissen erwähnen und möglicherweise haben Sie sogar eine Bestätigung dafür, in Form eines Berichtes oder Arbeitszeugnisses. Da es nicht Ihr Verschulden war, dass Sie die Kündigung erhalten haben, können Sie das geradeheraus in Ihrem Lebenslauf mit einer Begründung wie "Kündigung durch Stellenabbau" benennen.

4. Lücke durch längere Arbeitslosigkeit

Um dem Verdacht entgegenzuwirken, dass Sie während einer längeren Arbeitslosigkeit untätig waren und sich nicht aktiv um einen Job bemüht haben, sollten Sie den Leerlauf auch dementsprechend nutzen! Nehmen Sie Weiterbildungsangebote oder Praktika wahr und wenn sich gar nichts in dieser Richtung anbietet, tut es auch eine Tätigkeit im Ehrenamt. Parallel dazu bewerben Sie sich weiterhin auf Arbeitsstellen und signalisieren so, dass Sie sich in jeder Hinsicht um einen neuen Job bemühen.

5. Maßnahmen

Erwähnen Sie sämtliche Maßnahmen, die Sie unternommen haben. Das können Weiterbildungen, aber auch ein Selbststudium sein, Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Praktika helfen Ihnen dabei, sich beruflich zu orientieren, ehrenamtliche Tätigkeiten tragen zu Ihrer persönlichen Weiterentwicklung bei. Wahrgenommene Weiterbildungen signalisieren, dass Sie gewillt sind, sich weiterzubilden und zu - entwickeln.

6. Wortwahl

Ist Ihre Arbeitslosigkeit nach wie vor aktuell, sollten Sie diese in Ihrem Lebenslauf nicht mit "arbeitslos", sondern mit "arbeitssuchend" benennen. Das zeigt, dass Sie gewillt und motiviert sind, einen neuen Job zu finden. Ideal ist es, wenn Sie "arbeitssuchend" im Zusammenhang mit Ihren beruflichen Zielen benennen.

Beispiel

"Arbeitssuchend, berufliche Neuorientierung mit dem Ziel, eine Position im Bereich _______ zu erlangen." Das beweist Ihre Zielstrebigkeit und Ihr Engagement.

Lücken im Lebenslauf sind nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium!

Jedem Arbeitgeber ist klar, dass eine Jobsuche nicht immer zwangsläufig lücken- und reibungslos abläuft. Stattdessen ist es wichtig, dass Sie Ihren potenziellen Arbeitgeber von Ihrem Engagement überzeugen und was Sie in Zeiten der "Lücke" dagegen unternommen haben! Entscheidend ist es, dass Sie mit offenen Karten spielen und nicht versuchen, die Lücke im Lebenslauf zu vertuschen, sofern eine einleuchtende Erklärung dafür haben.

Eine Lücke im Lebenslauf bedeutet nicht zwangsläufig, dass es Ihr eigenes Verschulden war. Stattdessen kann sie beweisen, dass Sie Mut zu Veränderungen haben, wertvolle Erfahrungen gesammelt haben und sich an neue Gegebenheiten anpassen können.

Fazit: Lücken ja, lügen nein!

Falls Ihr beruflicher Werdegang Lücken aufweist, ist der Versuch, diese zu vertuschen oder gar zu lügen was die Begründung der Lücken angeht keine gute Entscheidung. Falschangaben im Lebenslauf, beispielsweise ausgedachte Weiterbildungen, sind ein fristloser Kündigungsgrund - auch nachträglich. Außerdem haben Sie selbst nichts davon, wenn Sie sich mit vermeintlichen Weiterbildungen oder Qualifikationen schmücken wollen, die Sie gar nicht besitzen.

Empfehlung

Wir empfehlen Ihnen ebenfalls, von Tarnungen bestehender Lücken im Lebenslauf abzusehen. Eine persönliche Auszeit als Bildungsreise zu bezeichnen oder Wortspielereien wie die Arbeitslosigkeit als "Intensive Findungsphase" zu bezeichnen, lässt wahrscheinlich jeden Personaler die Augen verdrehen. Bleiben Sie bei den Tatsachen und formulieren Sie diese wie in den oben genannten Beispielen möglichst positiv, ohne dabei zu übertreiben. Das lässt Sie authentisch wirken und das macht bei den meisten Vorstellungsgesprächen Eindruck.

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