Unglücklich im Job? - Das können Sie tun

13.05.2022

  • Ihre Kollegen nerven?

  • Die Bezahlung reicht nicht aus?

  • Ihr Chef verlangt Unmögliches?

  • Niemand sieht, was Sie leisten?

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, unzufrieden im Job zu sein. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass es Möglichkeiten gibt, Ihr Arbeitsleben umzukrempeln und maßgeblich zu verbessern. Der Job nimmt einen Großteil des Lebens ein und daher ist es wichtig, dass Sie auch gerne zur Arbeit gehen.

Den Job kündigen oder die Unzufriedenheit annehmen? Das sind natürlich nicht die einzigen zwei Möglichkeiten, wenn Sie sich in einer beruflichen Sackgasse befinden. Lesen Sie sich diesen Beitrag durch und erfahren Sie, was Sie konkret tun können, wenn Sie nicht glücklich im Job sind.

6 Gründe der Unzufriedenheit

Wie bereits kurz erwähnt, gibt es unterschiedliche Gründe für berufliche Unzufriedenheit. Die Gründe sind für jeden anders. Was für Sie ein No-Go im Beruf ist, kann für Ihren Kollegen beispielsweise kein Problem darstellen. Zum Verständnis ein kleines Beispiel: Ein Chef wird öfter laut, wenn er unter Stress steht und hält sich auch bei seinem Team nicht zurück. Reaktion Person A: Person A fühlt sich ungerecht behandelt und kann sich nicht mehr auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren. Reaktion Person B: Person B macht das Lautwerden des Chefs nichts aus und wird dadurch sogar motiviert. 

Der eigene Charakter, die persönliche Einstellung und die beruflichen Erwartungen gehen demnach Hand in Hand mit den möglichen Gründen, warum Sie unglücklich im Job sind. Nun aber zu den häufigsten Gründen, warum jemand unglücklich im Beruf ist.

Grund 1: Niedriger Lohn

So oft hört man die Aussage, dass Geld nicht alles sei. Das stimmt zu einem gewissen Maß, jedoch sollte das Gehalt ausreichen, um ein sorgenfreies Leben leben zu können. Zu Unzufriedenheit kann es einerseits also kommen, wenn der Lohn nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Andererseits sollte der Lohn zu der Ausbildung und den erbrachten Leistungen passen. Oft ist man nämlich unglücklich am Arbeitsplatz, wenn man nicht leistungsgerecht bezahlt wird. Verhandeln Sie also schon im Bewerbungsgespräch über einen fairen Lohn.

Grund 2: Unstimmigkeiten im Team

Ein wesentlicher Punkt, um sich auf der Arbeit wohlzufühlen, ist ein gutes Team. Wenn Sie sich mit einzelnen Kollegen oder sogar mit dem Boss nicht verstehen, gehen Sie vermutlich ungern zur Arbeit. Wenn diese Unstimmigkeiten im Team nur phasenweise vorkommen, ist dies in der Regel kein Problem. Auf die Dauer zehren zwischenmenschliche Probleme und vor allem Mobbing jedoch an den Nerven und können dazu führen, dass man kündigen möchte. Geführte Team-Supervisionen und andere Gruppen-Unternehmungen können das Betriebsklima verbessern und Streit vorbeugen.

Grund 3: Fehlende Wertschätzung

Ihre Arbeitsleistung wird nicht anerkannt? Eine geringe oder komplett fehlende Wertschätzung im Job kann demotivieren. Auf lange Sicht führt dies in der Regel zu Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. Beachten Sie, dass Lob und Wertschätzung nicht immer verbal sein müssen. Auch Handlungen wie interessiertes Zuhören, neugierige Rückfragen, Schulterklopfen sowie eine Bitte um Ratschlag signalisieren, dass Sie im Betrieb wertgeschätzt werden.

Grund 4: Keine Zukunftsperspektiven

Sie bemühen sich jeden Tag in Ihrem Job das Beste zu geben, aber dennoch fehlen Ihnen gewisse Perspektiven bezogen auf die Zukunft? Auch das ist ein häufiger Grund, unglücklich auf der Arbeit zu sein. Wenn Sie trotz Ihres Engagements keine Aufstiegschancen geboten kommen, mindert das natürlich Ihre Jobzufriedenheit. Dazu kommen oft noch Hindernisse auf der Karriereleiter, indem beispielsweise Unterstützung für Weiterbildungsmaßnahmen fehlt.

Grund 5: Überlastung

Ständiger Stress, täglicher Termindruck, Erreichbarkeit zu jeder Tages- und Nachtzeit und zu hohe Leistungsanforderungen führen oft zu Überlastung und/oder Überforderung. Gerne wird Mitarbeitern eingeredet, dass dieser Stress durch mangelndes Zeitmanagement und fehlende Organisation entstanden ist. Dies ist aber meist nicht der Fall. Vielmehr hängen Überlastung und Stress mit Personalmangel, zusätzlichen Projekten, Sonderwünschen seitens der Kunden und unmöglich zu erreichenden Zielen der Chefetage zusammen.

Grund 6: Unterforderung

Nicht nur Überlastung, sondern auch Unterforderung ist Gift für Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Kennen Sie das Gefühl, dass die Zeit kaum vergeht und sich der Sekundenzeiger auf der Uhr im Schneckentempo bewegt? Monotone Arbeit, wiederkehrende Langeweile und nicht genug Aufgaben machen den Arbeitsalltag alles andere als spannend.

Sind Sie zufrieden in Ihrem Job?

Sie kennen nun die häufigsten Gründe für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz aber sind Sie sich sicher, ob Sie mit Ihrem Job überhaupt zufrieden sind? Ein simples „Ich mag meinen Job nicht”, sagt nämlich nur wenig darüber aus, was in Ihrem Job schief läuft.

Nur ein temporäres Problem?

Es gibt vermutlich keinen Job, der tagein tagaus Spaß macht. Viel eher gibt es immer wieder Phasen, wo Ärger und Frust dominieren. Überlegen Sie sich also, ob die Gründe für Ihre Unzufriedenheit auf der Arbeit akut oder schon zum Dauerzustand geworden sind. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch den positiven Dingen in Ihrem Beruf Beachtung schenken. Überwiegen diese die meiste Zeit, ist Ihre berufliche Unzufriedenheit vermutlich nur temporär.

„Mir ist schlecht!“

Wenn Sie schon Übelkeit empfinden, sobald Sie an Ihren Arbeitsplatz denken, sollten Sie das auf jeden Fall ernst nehmen. In manchen Fällen treten nämlich sogar körperliche Symptome auf, die Ihnen zeigen, dass Sie beruflich etwas ändern müssen. Neben Übelkeit können beispielsweise auch Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder psychische Probleme auftreten. Nehmen Sie diese Warnzeichen auf jeden Fall ernst!

Checkliste für Unzufriedenheit im Job

Sie wissen noch immer noch nicht so richtig, ob Sie im Job zufrieden sind? Denken Sie über jeden Punkt der folgenden Checkliste für Unzufriedenheit im Job nach:

  1. Sie haben regelmäßig Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder andere körperliche oder psychische Beschwerden?

  2. Morgens fällt es Ihnen schwer, aus dem Bett zu kommen?

  3. Es ist Ihnen fast unmöglich, konzentriert und motiviert Ihre Arbeitsaufgaben zu erledigen?

  4. Es schleichen sich vermehrt Flüchtigkeitsfehler auf der Arbeit ein?

  5. Das dominierende Gefühl auf der Arbeit ist Langeweile?

  6. In Ihrer Freizeit haben Sie Probleme damit richtig abzuschalten und nicht an die Arbeit zu denken?

  7. Sie sprechen meist negativ über Ihre Arbeit?

Treffen mehrere Tatsachen auf Sie zu, sind dies ziemlich eindeutige Anzeichen für Unzufriedenheit auf der Arbeit.

Was können Sie tun, um eine Kündigung zu vermeiden

Sie sind unglücklich im Job aber keine Alternative präsentiert sich Ihnen? Eine Kündigung ist zwar eine schnelle Lösung für Ihre Unzufriedenheit auf der Arbeit, jedoch nicht immer empfehlenswert. Diesen radikalen Schritt sollten Sie sich gut überlegen, denn es ist nicht gewiss, dass es im nächsten Job besser wird. Lesen Sie weiter, wenn Sie wissen möchten, was Sie anstelle einer Kündigung machen können.

Was erwarten Sie sich beruflich?

Sagen Sie öfter: „Mein Job macht mich unglücklich!”? Können Sie aber auch definieren, was genau Sie unglücklich macht? Erst wenn Sie wissen, was Sie sich genau von Ihrer Arbeit wünschen, können Sie schauen, was Sie gerne ändern würden.

Fragen Sie sich also, was Sie beruflich glücklich macht, was Sie interessiert und welchen Tätigkeiten Sie gerne nachgehen. Gleichzeitig sollten Sie sich darüber Gedanken machen, was Sie auf gar keinen Fall wollen.

Im Anschluss können Sie Ihre Gedanken sortieren und eventuell schon konkrete Ideen formulieren:

  • Wo sehen Sie sich im nächsten Jahr oder in den nächsten zehn Jahren?

  • Wo können Sie Ihrer Leidenschaft beruflich nachgehen?

  • Kennen Sie Personen, die Sie unterstützen können?

  • Welche Weiterbildungen können Sie besuchen, um Ihr neues berufliches Ziel zu erreichen?

Diese Liste kann endlos weitergeführt werden und schaut bei jedem anders aus. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie Ihre Gedanken in einer Mindmap verschriftlichen und gleichzeitig etwas sortieren.

Auf kleinen Schritten zum Ziel

Auch kleine Veränderungen können dazu führen, dass Sie morgens wieder gerne aufstehen und zur Arbeit gehen. Oft lassen sich vor allem Probleme im Team schon durch klärende Gespräche mit Ihren Kollegen oder Vorgesetzten lösen. Auch eine Umgestaltung Ihres Arbeitsplatzes kann Wunder wirken. Stellen Sie zum Beispiel Bilder Ihrer Kinder auf oder drehen Sie Ihren Schreibtisch so, dass Sie aus dem Fenster schauen können.

Dankbarkeit und Annahme der Situation

Geben Sie Ihrem Beruf vielleicht zu viel Gewicht? Ihre Karriere ist wichtig, aber auch andere Faktoren in Ihrem Leben sollten Ihre Aufmerksamkeit erhalten. Vielleicht schaffen Sie es, über das ein oder andere Problem auf der Arbeit hinwegzusehen und die Situation anzunehmen. Dies kann Ihnen helfen, die positiven Aspekte und das bereits Erreichte auf der Arbeit wieder zu sehen und stolz auf sich zu sein.

Zeigen Sie Initiative

Um Ihre Karriere zu pushen und gleichzeitig etwas Abwechslung in Ihren Berufsalltag zu bringen, können Sie ein eigenes Projekt ins Leben rufen. Sie fragen sich jetzt vielleicht, wie mehr Arbeit oder sogar Überstunden Ihre Unzufriedenheit im Job mindern sollen. Durch die gezeigte Initiative können Sie bei Ihrem Chef punkten. Eventuell führt dieses Engagement langfristig gesehen sogar zu einer Beförderung oder Neuverteilung der Aufgaben im Betrieb.

Sie können zudem Initiative zeigen, indem Sie Weiterbildungen besuchen oder sich anderweitig fortbilden. In der Regel werden Sie während Weiterbildungsmaßnahmen vom Betrieb unterstützt, indem beispielsweise Ihr Dienstplan angepasst wird.

Gehen Sie einer Nebentätigkeit nach

Sie haben die Entscheidung eigentlich schon gefällt, dass Sie auf kurz oder lang nicht mehr in dieser Firma arbeiten wollen? Wenn Sie aber den kompletten Cut noch nicht wollen oder etwas finanzielle Sicherheit brauchen, könnten Sie eine nebenberufliche Tätigkeit ins Auge fassen. So können Sie sogar ohne Stress Ihr eigenes Business aufbauen. Falls Sie auf Dauer wirklich nicht mehr in Ihrem Beruf tätig sein wollen, können Sie Ihre Nebentätigkeit unter Umständen sogar ausbauen und von Ihrer Selbstständigkeit leben.

Aber Achtung! Eine Nebentätigkeit dürfen Sie vor Ihrem Chef nicht verheimlichen. Schauen Sie auf jeden Fall in Ihren Arbeitsvertrag. Eventuell finden Sie dort wichtige Informationen bezüglicher einer Nebentätigkeit.

Eine Kündigung als neue Chance

Unzufrieden im Job - was tun? Wenn Sie bereits alles Mögliche versucht haben, aber keine beruflich Besserung in Sicht ist, gibt es eine weitere Handlungsalternative. Eine Kündigung ist eine mögliche Lösung und muss nicht negativ für Sie sein. Ganz im Gegenteil! Eine wohlüberlegte Kündigung kann Ihr komplettes Leben verbessern. Wenn Sie nämlich derart unzufrieden an Ihrer Arbeitsstelle sind, wirkt sich das ebenso auf Ihr Privatleben aus.

Nutzen Sie die Kündigung also als Chance für berufliche Verbesserung und/oder Weiterentwicklung und private Erleichterung.

Fazit - Unzufriedenheit am Arbeitsplatz ist keine Einbahnstraße

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Beitrag gezeigt hat, dass Unzufriedenheit auf der Arbeit kein Dauerzustand sein muss. Wichtig ist, dass Sie erkennen, was Sie genau unglücklich macht und was Sie davon tolerieren können, beziehungsweise woran Sie arbeiten können.

Dann können Sie einen Weg aus der beruflichen Einbahnstraße finden. Dabei ist es egal, ob Sie durch Ihre Entscheidungen in Ihrem derzeitigen Beruf wieder glücklich werden, oder ob Sie neue Karrierewege einschlagen. Wir wünschen Ihnen viel Glück dabei!