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Pflegefachkraft

Entdecken Sie das vielseitige Berufsbild der Pflegefachkraft! Erfahren Sie alles über Aufgaben, Gehalt und Karrieremöglichkeiten in einem der gefragtesten Berufe im Gesundheitswesen.

HeroJob-Redaktion
Aktualisiert 27.02.2025 · Lesezeit ~7 Min.
Pflegefachkraft KI generiert

Die Pflegefachkraft (m/w/d) gehört zu den gefragtesten Berufen im deutschen Gesundheitswesen. Als ausgebildete Pflegefachkraft übernehmen Sie eine Schlüsselrolle in der Versorgung und Betreuung von Menschen aller Altersgruppen, die auf professionelle Pflege angewiesen sind. Seit der Einführung des Pflegeberufegesetzes im Jahr 2020 vereint die generalistische Pflegeausbildung die ehemals getrennten Berufe der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege unter einem Dach.

Der Beruf bietet Ihnen nicht nur eine sinnstiftende Tätigkeit, sondern auch hervorragende Zukunftsperspektiven. Die Nachfrage nach qualifizierten Pflegefachkräften steigt stetig, was Ihnen vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten und attraktive Entwicklungschancen eröffnet.

In diesem Berufsbild erfahren Sie alles Wissenswerte über die Aufgaben, Anforderungen, Gehaltsaussichten und Karrierewege als Pflegefachkraft – von der Ausbildung bis hin zu spezialisierten Fachbereichen und Führungspositionen.

Gehalt als Pflegefachkraft

Das Gehalt als Pflegefachkraft (m/w/d) variiert je nach Qualifikation, Berufserfahrung, Arbeitgeber und Region. Im Durchschnitt liegt das Bruttojahresgehalt zwischen 33.000 und 48.000 Euro. Tarifverträge wie der TVöD-P (Pflege) oder kirchliche Tarifwerke sorgen für eine transparente und geregelte Vergütung.

Berufseinsteiger können mit einem monatlichen Bruttogehalt von etwa 2.400 bis 3.000 Euro rechnen. Mit steigender Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen kann das Gehalt deutlich ansteigen. Insbesondere Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge verbessern das Einkommen spürbar. Pflegefachkräfte in der Intensivpflege oder mit Fachweiterbildungen erzielen regelmäßig höhere Gehälter.

In Ballungsräumen und wirtschaftsstarken Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen sind die Gehälter tendenziell höher. Auch die Art des Arbeitgebers spielt eine Rolle: Öffentliche Träger und kirchliche Einrichtungen zahlen in der Regel nach Tarif, während private Arbeitgeber individuelle Vergütungsmodelle anbieten.

Verschiedene Arten von Pflegefachkräften

Der Beruf der Pflegefachkraft umfasst verschiedene Spezialisierungen und Einsatzbereiche. Je nach persönlicher Neigung und beruflicher Ausrichtung können Sie sich in unterschiedlichen Fachrichtungen entwickeln.

Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d)

Als Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten Sie vorwiegend in Krankenhäusern und Kliniken. Sie betreuen Patienten vor, während und nach operativen Eingriffen, überwachen Vitalzeichen, verabreichen Medikamente und führen ärztlich verordnete Maßnahmen durch. Die enge Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten und anderen Fachkräften im interdisziplinären Team ist ein zentraler Bestandteil Ihrer Tätigkeit.

Altenpflegefachkraft (m/w/d)

Altenpflegefachkräfte haben sich auf die Betreuung und Pflege älterer Menschen spezialisiert. Sie arbeiten in Pflegeheimen, bei ambulanten Pflegediensten oder in Einrichtungen des betreuten Wohnens. Neben der medizinischen Versorgung steht die Förderung der Selbstständigkeit und Lebensqualität der Bewohner im Vordergrund. Die Gestaltung des Tagesablaufs, die Aktivierung sowie die Beratung von Angehörigen gehören zu Ihren täglichen Aufgaben.

Kinderkrankenpfleger (m/w/d)

Kinderkrankenpfleger kümmern sich um die pflegerische Versorgung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen. Sie arbeiten auf Kinderstationen in Krankenhäusern, in Kinderkliniken oder in sozialpädiatrischen Zentren. Die besondere Herausforderung liegt in der altersgerechten Kommunikation, der einfühlsamen Betreuung der jungen Patienten und der engen Zusammenarbeit mit den Eltern.

Intensivpflegekraft (m/w/d)

Intensivpflegekräfte sind auf die Versorgung schwerstkranker und lebensbedrohlich erkrankter Patienten auf Intensivstationen spezialisiert. Sie überwachen komplexe medizinische Geräte wie Beatmungsmaschinen und Monitore, erkennen frühzeitig Veränderungen im Gesundheitszustand und handeln in Notfallsituationen schnell und kompetent. Diese Spezialisierung erfordert eine Fachweiterbildung und wird mit einem höheren Gehalt honoriert.

Aufgaben als Pflegefachkraft

Die Aufgaben einer Pflegefachkraft sind vielfältig und anspruchsvoll. Sie umfassen sowohl pflegerische als auch organisatorische und beratende Tätigkeiten.

Hier sind die wichtigsten Aufgabenbereiche:

  • Grund- und Behandlungspflege: Sie unterstützen Patienten bei der Körperpflege, Ernährung und Mobilisation. Darüber hinaus führen Sie medizinische Maßnahmen wie Wundversorgung, Injektionen und Infusionstherapien durch.

  • Medikamentenmanagement: Sie verabreichen Medikamente nach ärztlicher Anordnung, überwachen deren Wirkung und dokumentieren eventuelle Nebenwirkungen sorgfältig.

  • Pflegeplanung und Dokumentation: Sie erstellen individuelle Pflegepläne, dokumentieren durchgeführte Maßnahmen und passen die Pflege kontinuierlich an den aktuellen Zustand der Patienten an.

  • Vitalzeichenüberwachung: Sie messen und überwachen Blutdruck, Puls, Temperatur und Blutzuckerwerte, erkennen Abweichungen frühzeitig und leiten entsprechende Maßnahmen ein.

  • Beratung und Anleitung: Sie beraten Patienten und deren Angehörige zu Pflegemaßnahmen, Hilfsmitteln und gesundheitsfördernden Verhaltensweisen und leiten Pflegehilfskräfte fachlich an.

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Sie arbeiten eng mit Ärzten, Therapeuten, Sozialarbeitern und weiteren Fachkräften zusammen und koordinieren die ganzheitliche Versorgung der Patienten.

  • Notfallmanagement: Sie erkennen akute Notfallsituationen, leiten Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und unterstützen das Notfallteam bei der Stabilisierung von Patienten.

Anforderungen: Qualifikationen und Fähigkeiten

Um als Pflegefachkraft erfolgreich zu arbeiten, sind neben der fachlichen Qualifikation auch bestimmte persönliche Fähigkeiten und Soft Skills erforderlich.

Hier sind die wesentlichen Anforderungen:

  • Eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft gemäß Pflegeberufegesetz oder eine vergleichbare anerkannte Qualifikation.

  • Empathie und Einfühlungsvermögen im Umgang mit kranken, pflegebedürftigen und sterbenden Menschen.

  • Belastbarkeit und körperliche Fitness, um den physischen und psychischen Anforderungen des Pflegealltags standzuhalten.

  • Bereitschaft zur Schichtarbeit, Wochenend- und Feiertagsdiensten sowie zur regelmäßigen Fort- und Weiterbildung.

Branchen und Einsatzbereiche

Pflegefachkräfte finden in zahlreichen Bereichen des Gesundheitswesens Beschäftigung. Die generalistische Ausbildung eröffnet Ihnen ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten.

Hier sind die wichtigsten Branchen und Arbeitgeber:

Krankenhäuser

Krankenhäuser und Kliniken sind der größte Arbeitgeber für Pflegefachkräfte. Hier arbeiten Sie auf verschiedenen Stationen wie der Inneren Medizin, Chirurgie, Notaufnahme oder Intensivstation. Die Arbeit im Krankenhaus bietet eine hohe fachliche Vielfalt und regelmäßige Fortbildungsmöglichkeiten.

Stationäre Pflegeeinrichtungen

In Pflegeheimen und Senioreneinrichtungen betreuen Sie pflegebedürftige Menschen im Alltag. Die Arbeit ist geprägt von langfristigen Beziehungen zu den Bewohnern und einem ganzheitlichen Pflegeansatz, der medizinische, soziale und aktivierende Aspekte vereint.

Ambulante Pflegedienste

Bei ambulanten Pflegediensten versorgen Sie Patienten in deren häuslichem Umfeld. Sie fahren zu Ihren Klienten, unterstützen bei der Grundpflege, verabreichen Medikamente und sorgen für die Wundversorgung. Diese Arbeitsform bietet ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Abwechslung.

Rehabilitationskliniken

In Reha-Kliniken begleiten Sie Patienten auf dem Weg der Genesung nach Operationen, Unfällen oder schweren Erkrankungen. Die enge Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Ärzten steht im Mittelpunkt der rehabilitativen Pflege.

Hospize

In Hospizen begleiten Sie schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Die Palliativpflege erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Patienten und Angehörige einfühlsam zu unterstützen und Schmerztherapien fachkundig durchzuführen.

Ausbildung und Karrierewege

Die Ausbildung zur Pflegefachkraft wurde im Jahr 2020 durch das Pflegeberufegesetz grundlegend reformiert. Die neue generalistische Pflegeausbildung vereint die bisherigen Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege.

Generalistische Pflegeausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst mindestens 2.100 Stunden theoretischen Unterricht an einer Pflegeschule sowie 2.500 Stunden praktische Ausbildung in verschiedenen Versorgungsbereichen. In den ersten beiden Jahren durchlaufen alle Auszubildenden eine generalistische Ausbildung mit Praxiseinsätzen in der stationären Akutpflege, der stationären Langzeitpflege, der ambulanten Pflege und der pädiatrischen Pflege.

Im dritten Ausbildungsjahr können Sie die generalistische Ausbildung fortsetzen oder sich für eine Vertiefung in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege entscheiden. Der Abschluss als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann ist EU-weit anerkannt.

Voraussetzungen für die Ausbildung

  • Schulabschluss: Mittlerer Schulabschluss oder gleichwertige Qualifikation. Alternativ ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung oder mit abgeschlossener Ausbildung als Pflegeassistent.

  • Gesundheitliche Eignung: Ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung für den Pflegeberuf ist erforderlich.

  • Persönliche Eignung: Freude am Umgang mit Menschen, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein sind wichtige persönliche Voraussetzungen.

Fort- und Weiterbildung

Nach der Ausbildung stehen Ihnen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten offen, die Ihre Karriere gezielt voranbringen:

  • Fachweiterbildung Intensiv- und Anästhesiepflege: Spezialisierung auf die Versorgung von Patienten auf Intensivstationen und im OP-Bereich.

  • Praxisanleitung: Weiterbildung zur Anleitung und Ausbildung von Pflegeschülern im praktischen Einsatz.

  • Pflegedienstleitung: Qualifikation für die Leitung einer Pflegeeinrichtung oder eines Pflegedienstes mit Personal- und Budgetverantwortung.

  • Studium Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft: Akademische Weiterqualifikation mit Bachelorabschluss für Führungspositionen im Gesundheitswesen oder eine forschungsorientierte Karriere.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet die Pflegefachkraft von der Pflegehilfskraft?

Die Pflegefachkraft hat eine dreijährige Ausbildung absolviert und darf eigenverantwortlich pflegerische Maßnahmen planen, durchführen und evaluieren. Pflegehilfskräfte haben eine kürzere Ausbildung von ein bis zwei Jahren und arbeiten unterstützend unter Anleitung einer Pflegefachkraft. Pflegefachkräfte dürfen zudem ärztlich verordnete Behandlungspflege wie Injektionen und Infusionen eigenständig durchführen.

Wie sind die Arbeitszeiten als Pflegefachkraft?

Pflegefachkräfte arbeiten in der Regel im Schichtdienst, der Früh-, Spät- und Nachtschichten umfasst. Auch Wochenend- und Feiertagsdienste gehören zum Beruf. Die genaue Dienstplanung variiert je nach Einrichtung und Versorgungsbereich. In der ambulanten Pflege sind die Arbeitszeiten häufig planbarer als im stationären Bereich. Viele Arbeitgeber bieten inzwischen flexible Arbeitszeitmodelle an.

Ist die Pflegeausbildung EU-weit anerkannt?

Ja, der Abschluss als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann nach dem Pflegeberufegesetz von 2020 ist gemäß der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie in allen EU-Mitgliedstaaten anerkannt. Dies eröffnet Ihnen die Möglichkeit, auch im europäischen Ausland als Pflegefachkraft zu arbeiten.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es?

Die Aufstiegsmöglichkeiten für Pflegefachkräfte sind vielfältig. Sie können sich zur Fachkraft für Intensivpflege, Palliativpflege oder Gerontopsychiatrie weiterbilden. Leitungspositionen wie Stationsleitung, Pflegedienstleitung oder Einrichtungsleitung sind ebenso möglich. Ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder Pflegewissenschaft eröffnet weitere akademische Karrierewege.

Wie hoch ist der Fachkräftemangel in der Pflege?

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist erheblich und wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Laut aktuellen Prognosen fehlen in Deutschland bis 2030 bis zu 500.000 Pflegekräfte. Diese Situation führt zu einer hohen Nachfrage am Arbeitsmarkt und bietet Pflegefachkräften hervorragende Beschäftigungsaussichten sowie eine starke Verhandlungsposition bei Gehalts- und Arbeitsbedingungen.

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