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Aufbau und Struktur: So gestalten Sie Ihre Initiativbewerbung

Eine Initiativbewerbung ist Ihre Chance, sich Ihren Traumjob zu besorgen - und das, obwohl die Stelle noch nicht einmal ausgeschrieben ist!

Machen Sie potenzielle neue Arbeitgeber auf sich aufmerksam, sammeln Sie Informationen über das Unternehmen, beschreiben Sie, was Sie können und was Sie wollen.

Daher auch der Name dieser Bewerbungsart, denn Sie müssen die Initiative ergreifen und aktiv auf Firmen zugehen.

Warum es sich lohnt, in eine Initiativbewerbung zu investieren – und wie Sie dabei am besten vorgehen zeigen wir Ihnen in diesem Artikel!

Wie sollte eine Initiativbewerbung aussehen?

Im Gegensatz zu einer klassischen Bewerbung, bei der man sich mit dem Anschreiben am Ausschreibungstext orientiert, verkauft man mit einer Initiativbewerbung viel mehr die eigene Person.

Es geht darum, sich selbst so spannend darzustellen, dass das angeschriebene Unternehmen gar keine andere Wahl hat, als Sie zu einem persönlichen Gespräch einzuladen. Da spielt es dann auch oft gar keine Rolle, ob aktuell eine Stelle frei ist.

Für den perfekten Arbeitnehmer ist es in vielen Firmen möglich, eine Position zu erschaffen, die vorher noch nicht da war. Ganze 80% der in Firmen zu besetzenden Führungspositionen werden außerdem ohne Ausschreibung vergeben. Stattdessen werden passende Kandidaten direkt angefragt, es gibt einen Aushang am schwarzen Brett oder eine Nachricht im Mitarbeiternetzwerk.

Um für solche Stellen berücksichtigt zu werden, ist eine Initiativbewerbung - auch Spontanbewerbung genannt - genau das Richtige.

Infografik: Inhalt einer Initiativbewerbung

Was gehört zu einer Initiativbewerbung?

Den richtigen Umfang zu finden, ist eine Gratwanderung. Personaler haben oft nur wenig Zeit und wollen sich daher nicht durch die 30-seitige Lebensgeschichte jedes Bewerbers lesen.

Zu kurz darf die Bewerbung aber auch nicht sein, sonst fehlen vielleicht wichtige Informationen oder es wirkt, als hätten Sie sich keine Mühe gegeben.

Diese Komponenten dürfen daher auf keinen Fall fehlen:

1. Anschreiben

Ihr Anschreiben ist der Beginn der Bewerbung. Sie sollten darin kurz und knackig Ihre Motivation für den Job darlegen und dem Personaler einen ersten Eindruck von Ihrer Persönlichkeit verschaffen. Geben Sie allerdings nicht einfach den kompletten Inhalt Ihres Lebenslaufes schriftlich wieder, erzählen Sie von Sich als Person sowie Ihren Stärken.

Auch sollten Sie in Ihrem Anschreiben dem Personaler vermitteln, warum gerade Sie dem Unternehmen einen Mehrwert bieten. Zur groben Orientierung finden sich im Netz zahlreiche Vorlagen - wichtig ist, dass Sie diese nicht 1:1 kopieren, sondern sich einen individuellen Text überlegen.

Die Gliederung eines Anschreibens sieht immer wie folgt aus:

Tipp

Um das passende Format für Ihr Bewerbungsanschreiben zu nutzen, können Sie sich an der DIN5008 orientieren. Diese legt Parameter wie Schriftgröße und Abstände fest.

2. Deckblatt

Das Deckblatt wird nach dem Anschreiben eingefügt und stellt eine Art Übersicht dar. Es sollte einen Titel enthalten („Initiativbewerbung für Position XY"), Ihren Namen und Kontaktdaten, den Namen des Unternehmens, ein Bewerbungsfoto und ein Anlagenverzeichnis.

So sind für den Personaler die wichtigsten Infos auf den ersten Blick ersichtlich.

3. Tabellarischer Lebenslauf

In Ihrem Lebenslauf sollten sich Angaben zu Ihren besuchten Bildungseinrichtungen und ausgeübten Tätigkeiten in chronologischer Reihenfolge finden. Die aktuellste Tätigkeit befindet sich somit immer an erster Stelle. In der Regel wird der Lebenslauf in folgende Abschnitte unterteilt:

  • Persönliche Angaben

  • Beruflicher Werdegang

  • Ausbildung

  • Akademischer Werdegang

  • Weiterbildungen (optional)

  • Spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten (optional)

Dinge wie die Berufe Ihrer Eltern oder die Angabe Ihrer Geschwister haben hingegen nichts in einem Lebenslauf verloren, auch wenn manch ein veralteter Ratgeber diese Empfehlung immer noch ausspricht.

Grundsätzlich hilft es, sich zu fragen: „Ist diese Information für die Stelle relevant?"

Besonders gern gesehen sind Fort- und Weiterbildungen, besondere Kenntnisse und soziales Engagement. Können Sie in diesen Bereichen glänzen, sollten Sie das auf jeden Fall in Ihrer Initiativbewerbung erwähnen.

Gibt es Lücken im Lebenslauf, sollten Sie diese entweder geschickt kaschieren oder sich schon einmal eine gute Erklärung zurechtlegen.

Tipp

Ein Lebenslauf wird tabellarisch dargestellt und sollte alle beruflich relevanten Stationen Ihres Lebens beleuchten, dabei aber trotzdem nicht ausschweifend sein. Um eine Idee zu bekommen, wie ein guter Lebenslauf aussieht, können Sie sich im Netz zahlreiche Vorlagen ansehen. Ist eine dabei, die Ihnen zusagt, können Sie diese herunterladen und mit Ihren persönlichen Angaben füllen.

4. Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben ist optional und wird hinter dem Lebenslauf eingefügt. Es dient als Ergänzung, mit der Aspekte aus dem Lebenslauf näher erläutert werden können. Zwingend nötig ist es aber nicht, in der Regel finden alle wichtigen Informationen im Anschreiben und im Lebenslauf Ihren Platz.

5. Anlagen

Anlagen, die sich in Ihrer Bewerbung unbedingt befinden sollten - sofern vorhanden - sind Schul- oder Berufsschulzeugnisse, Abschlusszeugnisse oder Arbeitszeugnisse. In der Regel legt man das aktuellste Zeugnis bei, da dieses für den potenziellen Arbeitgeber die größte Relevanz hat.

Haben Sie gerade Ihren Schulabschluss gemacht, fügen Sie also Ihr Abschlusszeugnis an. Waren Sie zuletzt in einem Angestelltenverhältnis, legen Sie Ihr Arbeitszeugnis bei - Schulzeugnisse sind in diesem Fall nicht nötig.

6. Arbeitsproben

Sofern es Sinn macht, sollten Sie aussagekräftige und qualitativ hochwertige Arbeitsproben beilegen. Vor allem in künstlerischen Berufen ist das der Standard.

Auch wenn Sie in einer anderen Sparte tätig sind, können Sie vielleicht trotzdem eine Liste mit von Ihnen angeleiteten Projekten oder Ähnliches beilegen. Dadurch beweisen Sie Ihr Können und vermitteln dem Personaler einen Eindruck davon, was er von Ihnen erwarten kann.

Tipp

Seien Sie ruhig einfallsreich. Eine Initiativbewerbung dient dazu, ordentlich Eindruck zu schinden und sich selbst als den besten Arbeitnehmer weit und breit darzustellen. Dafür dürfen Sie gerne etwas dicker auftragen.

Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?

Von den ersten Vorbereitungen bis zum Absenden braucht es drei Schritte, die wir uns jetzt einmal im Detail ansehen.

Schritt 1: Recherche ist alles - finden Sie Informationen

Um sich ohne Stellenausschreibung zu bewerben, ist vorab etwas Rechercheaufwand nötig. Dieser betrifft nicht nur das Unternehmen, sondern auch Sie selbst.

Um eine beeindruckende Bewerbung zu verfassen, sollten Sie sich genau über Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Ziele und Ihre Absichten im Klaren sein.

Setzen Sie sich daher in einer ruhigen Minute hin und klären Sie diese Fragen:

  • Wo liegen Ihre besonderen Stärken?

  • Wo liegen Ihre Schwächen und wie können Sie diese verbessern?

  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Wo in zehn?

  • Haben Sie besondere Qualifikationen?

  • Wodurch unterscheiden Sie sich von anderen Bewerbern?

  • Wie kann die Firma von Ihnen profitieren?

  • Weshalb wollen Sie sich gerade in diesem Unternehmen bewerben?

  • Was würden Sie gerne verdienen?

  • Welche Position würden Sie gerne besetzen?

Nachdem Sie sich Notizen zu sich selbst gemacht haben, gilt es jetzt alles über das Unternehmen herausfinden:

  • In welcher Branche ist das Unternehmen tätig?

  • Gibt es Zweigstellen und wenn ja, wo?

  • Wie lautet die Firmenphilosophie?

  • Wer ist der richtige Ansprechpartner in der Firma?

  • Gibt es Bewertungen für das Unternehmen von Mitarbeitern auf Portalen wie LinkedIn oder Xing?

  • Existieren aktuelle Medienberichte über das Unternehmen?

  • Wer sind die größten Konkurrenten der Firma auf dem Markt?

  • Sind aktuell Stellen ausgeschrieben oder gibt es einen Einstellungsstopp?

  • Plant das Unternehmen die Eröffnung einer neuen Zweigstelle im In- oder Ausland?

Nehmen Sie sich Zeit, um sich ein möglichst umfassendes Bild von Ihrem ausgewählten Unternehmen zu machen. Versuchen Sie, etwas über die internen Strukturen herauszufinden, indem Sie zum Beispiel mit Mitarbeitern sprechen oder der Firma auf einer Jobmesse einen Besuch abstatten.

Dadurch wird es Ihnen leichter fallen, eine Position zu benennen, die Sie im Unternehmen sinnvoll besetzen können.

Um den richtigen Ansprechpartner zu finden, reicht oft ein Blick auf die Firmen-Website. Sollte sich dort kein Hinweis auf die Personalabteilung oder einen Verantwortlichen finden, können Sie zum Telefonhörer greifen und in der Firma nachfragen. So gehen Sie sicher, dass Ihre Bewerbung am Ende in den richtigen Händen landet.

Schritt 2: Schreiben was das Zeug hält - verfassen Sie Ihre Bewerbung

Nachdem Sie alle Informationen gesammelt haben, geht es ans Eingemachte: das Verfassen Ihres Bewerbungsschreibens. Stellen Sie Ihre Stärken in den Mittelpunkt und zeigen Sie auf, welchen Mehrwert Sie für das Unternehmen bieten können.

Je genauer Sie beschreiben, wer Sie sind und was Sie können, desto leichter kann der Personaler einschätzen, ob es im Unternehmen einen Platz für Sie geben kann.

Um die Bewerbung besser an das Unternehmen anzupassen, können Sie sich aktive Ausschreibungen der Firma ansehen. Dort finden sich vielleicht einige allgemeine Anforderungen, die an jeden Bewerber gestellt werden. Diese können Sie in Ihre Bewerbung integrieren.

Tipp

Benutzen Sie für Ihre Bewerbung bitte keine Vorlage aus dem Internet - Personaler erkennen diese in der Regel sofort. Um zu einem Gespräch eingeladen zu werden, müssen Sie aus der Masse hervorstechen, dabei hilft Ihnen eine 08/15-Bewerbung nicht.

Schritt 3: Ab geht die Post - versenden Sie Ihre Bewerbung

Bevor Sie Ihre Initiativbewerbung versenden, sollten Sie überprüfen, ob das Unternehmen einen bevorzugten Kommunikationsweg angegeben hat. Heutzutage werden Bewerbungsunterlagen in der Regel per Mail als PDF versendet.

Wichtig dabei ist, alle Dokumente zu einem einzigen PDF zu bündeln und nicht als viele einzelne zu versenden. Das wirkt unprofessionell und macht dem Personaler nur unnötig Arbeit.

In der Betreffzeile Ihrer E-Mail sollte sich auf jeden Fall das Wort Initiativbewerbung finden, außerdem die Bezeichnung der Stelle, auf die Sie sich bewerben.

Ins Nachrichtenfeld gehört die korrekte Anrede des für Sie zuständigen Ansprechpartners, sofern Sie diesen bei Ihrer Recherche herausfinden konnten.

Außerdem einige Zeilen, in denen Sie beschreiben, wer Sie sind, was der Grund für Ihre Nachricht ist und ein Hinweis auf die Bewerbungsunterlagen im Anhang. Zu guter Letzt darf eine höfliche Abschiedsfloskel nicht fehlen.

Tipp

Damit die E-Mail ein Erfolg wird, sollten keine Tippfehler enthalten sein, außerdem dürfen Sie auf keinen Fall den Anhang vergessen!

Manche Unternehmen wünschen sich Bewerbungen immer noch ganz klassisch auf postalischem Weg. Ist dies der Fall, müssen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen ausdrucken und in einer Bewerbungsmappe bündeln. Die Mappe wird dann per Post versendet.

Damit die physische Bewerbung einen guten Eindruck hinterlässt, gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Drucken Sie die Bewerbung nicht beidseitig, sondern verwenden Sie immer nur eine Seite des Papiers.

  • Verwenden Sie hochwertiges Papier, das sich angenehm anfassen lässt.

  • Gehen Sie sorgsam mit Ihren Unterlagen um - Knicke und Flecken sind unprofessionell.

  • Verwenden Sie als Bewerbungsmappe einen dafür vorgesehenen Ordner - diese gibt es beim Bürobedarf zu kaufen.

Vorteile einer Initiativbewerbung

Eine Initiativbewerbung hat einige Vorteile gegenüber einer Bewerbung auf eine Stellenausschreibung:

  • Sie sind keiner direkten Konkurrenz ausgesetzt und haben die Chance, mit Ihrer Bewerbung aufzufallen.

  • Sie können einen Job ergattern, der sonst vielleicht nur intern vergeben worden wäre oder der extra für Sie geschaffen wird.

  • Durch die Initiativbewerbung zeigen Sie Eigeninitiative und Recherchetalent - beides gern gesehene Eigenschaften auf dem Arbeitsmarkt.

  • Sie müssen sich nicht an die Anforderungen aus einer Stellenausschreibung halten, sondern können sich selbst authentisch präsentieren.

  • Auch wenn nicht sofort eine Stelle für Sie frei sein sollte, so haben Sie durch die Initiativbewerbung einen Fuß in der Tür und werden vielleicht bei der nächsten zu vergebenden Stelle angefragt.

Nachteile einer Initiativbewerbung

Jede Medaille hat zwei Seiten und so gibt es auch Nachteile bei Initiativbewerbungen:

  • Eine Initiativbewerbung erfordert deutlich mehr Vorbereitungszeit als eine Standardbewerbung auf eine Ausschreibung.

  • Die Wahrscheinlichkeit, erst einmal keine Antwort oder eine Absage zu bekommen, ist sehr hoch.

  • Durch die fehlende Ausschreibung ist unklar, auf welche Fähigkeiten das Unternehmen besonders Wert legt. Heben Sie in Ihrer Bewerbung die Falschen hervor, kann es sein, dass Sie für den Personaler uninteressant sind.

Woher weiß ich, ob das Unternehmen Interesse hat?

Im Normalfall erhalten Sie spätestens nach zwei bis drei Wochen eine Rückmeldung vom Unternehmen, durch die Sie erfahren, wie es um Ihre Bewerbung bestellt ist. Sollte nach dieser Zeit noch niemand auf Sie zugekommen sein, dürfen Sie noch einmal selbst aktiv werden. Rufen Sie den für Sie zuständigen Ansprechpartner an und erkundigen Sie sich, ob die Unterlagen angekommen sind. Fragen Sie dann höflich, ob der Personaler Interesse daran hat, Sie kennenzulernen.

Den Mutigen gehört die Welt

Mit einer Initiativbewerbung nehmen Sie das Zepter in die Hand. Durch Ihre Eigeninitiative haben Sie die Chance, sich Ihren Traumjob zu sichern und einen Karrieresprung hinzulegen.

Trauen Sie sich und gehen Sie aktiv auf Ihre Wunschfirma zu - es gibt nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen!

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